Letzte Deutsche in MelbourneDrama gegen die Nummer 168 der Welt besiegelt bitteres Aus

Keine deutsche Tennisspielerin schafft es bei den Australian Open in die dritte Runde. Laura Siegemund schlägt sogar schon zum Matchgewinn auf, scheitert aber trotzdem.
Bitterer Tag für das deutsche Frauentennis bei den Australian Open: Mit Laura Siegemund ist in der zweiten Runde von Melbourne auch die letzte verbliebene DTB-Spielerin aus dem Turnier geflogen. Zwei Tage nach ihrem spektakulären Comeback-Sieg zum Auftakt verlor die 37-Jährige überraschend wie dramatisch gegen die Weltranglisten-168. Maddison Inglis aus Australien.
Nach 3:20 Stunden verwandelte die Qualifikantin den Matchball zum 4:6, 7:6 (7:3), 6:7 (7:10) aus Siegemunds Sicht und brachte die Fans in der ANZ Arena zum Jubeln. Siegemund, die schon zum Sieg aufgeschlagen hatte, muss nach einer enttäuschenden Leistung hingegen die Heimreise antreten. Im Match-Tiebreak fehlte ihr die Power.
"Ich kann mir vorstellen, dass die Enttäuschung riesengroß ist", sagte Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner bei Eurosport. "Am Ende war es ein unglaubliches, mentales Spiel. Inglis ist sehr ruhig geblieben und hat es geschafft, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Sie hat es sich nicht wegnehmen lassen und gerecht gewonnen", schloss Rittner.
Siegemund beschwert sich bei Schiedsrichterin
"Gegen Australier ist es nicht schön. Es ist schwierig, weil die Fans wirklich gigantisch sind. Das ist schon eine unangenehme Geschichte", hatte Siegemund vor der Partie gewarnt - und sie tat sich zu Beginn tatsächlich extrem schwer. Gegen die limitierte Australierin fand Siegemund in einer Partie auf überschaubarem Niveau kaum Mittel.
Siegemund wird nach dem Turnier in Melbourne wieder die deutsche Nummer eins sein, weil Eva Lys durch ihr Erstrundenaus viele Punkte verlor. Doch auch im weiteren Verlauf des Matches konnte sie ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden - auch ein Outfit-Wechsel nach dem ersten Satz half nur kurzfristig.
Kurz vor dem Ende des zweiten Satzes musste Siegemund einen erfolgreichen Aufschlag wiederholen, da ihre Kontrahentin angeblich noch nicht bereit gewesen war. Sie beschwerte sich lautstark bei der Schiedsrichterin. Im dritten Satz dann schlug sie zum Matchgewinn auf, erlebte aber zur Unzeit den nächsten Bruch in ihrem Spiel und konnte nicht mehr zurückschlagen.
In der ersten Runde hatte Siegemund mal wieder ihren Status als Angstgegnerin für gesetzte Spielerinnen unter Beweis gestellt. Trotz eines Rückstands von 0:6, 2:5 und 15:30 und zweier Matchbälle ihrer Kontrahentin drehte Siegemund die Partie gegen Ljudmila Samsonowa noch zu ihren Gunsten.