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"Unsäglich", "macht mich sauer"Hochsprung-Legende kritisiert Umgang mit DDR-Athleten scharf

02.05.2026, 14:32 Uhr
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Ulrike Nasse-Meyfarth holte 1984 in Los Angeles ihre zweite Goldmedaille. (Foto: imago images / Sammy Minkoff)

Ulrike Nasse-Meyfarth wird zweimal für die Bundesrepublik Olympiasiegerin. 50 Jahre später aber ist ein großes Thema für sie der Umgang mit den einstigen Konkurrentinnen und Konkurrenten aus der ehemaligen DDR. Nasse-Meyfarth macht die Erinnerung wütend.

Sie selbst feierte für die Bundesrepublik Deutschland zwei Olympiasiege, jetzt kritisiert die ehemalige Hochspringerin Ulrike Nasse-Meyfarth den Umgang mit den Erfolgen ihrer Sportkollegen aus der DDR heftig. "Ich finde es unsäglich, wie wenig Respekt ostdeutschen Olympiasiegern, Weltmeistern und sonst erfolgreichen Athleten von den Westdeutschen entgegengebracht wurde und wird. Die hierzulande auf den Sport in Westdeutschland fokussierte Erinnerungskultur macht mich sauer", sagte Nasse-Meyfarth in einem Interview der "Welt am Sonntag".

Dabei stößt sich die Olympiasiegerin von 1972 und 1984, die in Frankfurt am Main geboren wurde und in Wesseling bei Köln aufwuchs, vor allem an der aus ihrer Sicht einseitigen Darstellung der DDR-Sportgeschichte in der öffentlichen Debatte.

"Westdeutsches Doping wird ignoriert"

"Stereotyp und pauschal werden immer wieder die Themen institutionelles Doping und Stasi-Mitgliedschaft bei den DDR-Sportlern aufgemacht. Dabei wird nicht hinterfragt, ob jemand wissentlich die nur in Akten geschilderten Dopingpraktiken mitgemacht hat oder ob ein in die Stasi verwickelter Sportler jemand verriet oder schadete", sagte Nasse-Meyfarth, die am Montag ihren 70. Geburtstag feiert. "Dagegen wird geflissentlich das insbesondere vor dem Mauerfall vorsätzlich praktizierte Individualdoping der Westdeutschen ignoriert."

Nasse-Meyfarth kritisierte die "Ignoranz und Arroganz der westdeutschen Sportszene" - diese sei auch eine Ursache, warum die sportlichen Erfolge in Deutschland zunehmend ausbleiben. "Es war auch kurzsichtig und überheblich vom Westen, im Zuge der Wiedervereinigung nicht das in der DDR praktizierte Talentsichtungs-, Auswahl- und Fördersystem übernommen zu haben. Es war die Basis für den Erfolg, nicht das Doping. Hätte der Sport im wiedervereinigten Deutschland sich an diesem System orientiert, stünde er nicht so desolat da wie seit Jahren."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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