"Organisation ist Katastrophe"

Mega-Panne: Bundestrainer wittert "absolute Wettkampfverzerrung" bei Neugebauer

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Zehnkämpfer Leo Neugebauer musste eine Orga-Panne hinnehmen. (Foto: picture alliance/dpa/AP)
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13.08.2026 | 16:41 Uhr
Bittere Panne beim Stabhochsprung im EM-Zehnkampf: Eine auf eine falsche Höhe eingestellte Latte sorgt für Ärger und Weltmeister Leo Neugebauer frustet. Der Bundestrainer und ein ehemaliger Weltrekordler wüten.

Frust und Ärger für Leo Neugebauer auf dem Weg zu Gold: Eine grobe Panne hat den Zehnkampf-Stabhochsprung bei der Leichtathletik-EM in Birmingham beeinflusst und könnte den deutschen Weltmeister Leo Neugebauer womöglich wertvolle Kraft im Titelkampf kosten. Gleich fünf Sprünge musste Neugebauer bei sengender Hitze absolvieren, um 4,80 m zu überqueren. 

Auf einer der beiden Anlagen war die Latte bei den ersten Versuchen über 4,80 m nicht in der richtigen Höhe aufgelegt worden, sondern erneut bei 4,70 m. Erst nach einer Weile fiel der Irrtum auf. Sieben Springer, welche die "falschen" 4,80 m schon überquert hatten, mussten noch einmal antreten, darunter der führende Weltmeister Neugebauer und der junge Deutsche Amadeus Gräber. Dabei war aber dann der Abstand der Ständer nicht richtig eingestellt. 

"Die Organisation ist eine absolute Katastrophe, so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte der frühere Zehnkampf-Weltrekordler Jürgen Hingsen dem SID.

Neugebauer angefressen über 4,90 m

Der sichtlich angefressene Neugebauer riss dreimal die "richtigen" 4,80 m. Die Jury, die völlig den Überblick zu verlieren schien, ließ ihn ein viertes Mal antreten. Diesmal kam Neugebauer über 4,80 m. "Eine unglaubliche Leistung nach so einem Chaos", sagte Hingsen. Allerdings verletzte sich Neugebauer bei einem der fünf Sprünge auch noch leicht an der Wade.

"Bei den Witterungsbedingungen ist das natürlich fatal und eine absolute Wettkampfverzerrung meiner Meinung nach", sagte Bundestrainer Jörg Roos im ZDF. Danach lief es aber: Im ersten Versuch übersprang Neugebauer sogar noch die 4,90 m.

Zu diesem Zeitpunkt lief der Stabhochsprung bei Temperaturen etwa 35 Grad schon rund eine Stunde. Ex-Weltmeister Niklas Kaul, der auf Medaillenkurs lag, war nicht betroffen. Auch die weiteren Verfolger Neugebauers wie der Niederländer Jeff Tesselaar und der norwegische Vize-Europameister Sander Skotheim mussten nicht mehrfach ran.

Diskus-Rekord zuvor

Zuvor hatte sich der Zehnkampf-Weltmeister mit einem starken Diskuswerfen wieder klar auf Goldkurs positioniert. Der 26-Jährige stellte mit 54,31 m einen Meisterschafts-Rekord für Zehnkämpfer auf, ein solcher war ihm bereits am Mittwoch im Kugelstoßen gelungen.

Neugebauer, der zuvor mit 14,94 Sekunden über 110 m Hürden mäßig in den Tag gestartet war, führte vor dem Stabhochsprung mit 6301 Punkten deutlich vor dem Niederländer Jeff Tesselaar (6076) und dem norwegischen Vize-Europameister Sander Skotheim (6023). Titelverteidiger Johannes Erm ist nicht mehr dabei, der Este trat nicht zum Hürdensprint an.

Ein heißer Medaillenkandidat ist Ex-Weltmeister Niklas Kaul. Der Mainzer kam mit dem Diskus auf 48,88 m, rückte mit seiner sechsten Saisonbestleistung in der siebten Disziplin und 5943 Punkten auf den fünften Platz vor. Kauls große Stärke, das Speerwerfern, kommt noch. Youngster Amadeus Gräber liegt weiter auf Platz 13 (5766).

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/sid