Merz findet neue Personalie

Olympiasieger Ronald Rauhe wird Sport-Staatsminister

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Olympiasieger Ronald Rauhe bekam zu Beginn des Jahres das Silberne Lorbeerblatt verliehen. (Foto: picture alliance/dpa)
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03.09.2026 | 13:42 Uhr
Nächste Umstellung im Kanzleramt: Friedrich Merz findet eine Nachfolge für Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein. Der zweifache Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe übernimmt. Davor springt dem Kanzler seine eigentliche Lösung für den Posten ab.

Der zweimalige Kanu-Olympiasieger Ronald Rauhe wird neuer Staatsminister für Sport im Bundeskanzleramt. Kanzler Friedrich Merz gab auf Instagram bekannt, dass der 44-Jährige der bisherigen Staatsministerin Christiane Schenderlein nachfolgt, deren Wechsel ins Gesundheitsministerium schon vor der Sommerpause verkündet worden war. "Herr Staatsminister, herzlich willkommen. Ich freue mich sehr, willkommen im Team", sagt Merz in dem Instagram-Video.

Mit der Entscheidung des Kanzlers ist der Umbau der Bundesregierung infolge des Rücktritts von Unionsfraktionschef Jens Spahn abgeschlossen. Der Posten im Kanzleramt war der einzige, der vor der Sommerpause noch unbesetzt blieb. Anders als ursprünglich erwartet, hat sich Merz für einen Mann entschieden. Und er hat jemanden ausgewählt, der in Westdeutschland aufgewachsen ist. Schenderlein stammt aus Ostdeutschland. Ihre Ablösung war daher vor allem in ostdeutschen Landesverbänden auf Kritik gestoßen.

Als Kandidatin für den Posten wurde zuvor unter anderem die frühere Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler gehandelt. Die 38-Jährige ist Direktorin Frauenfußball bei der Europäischen Fußball-Union. Medienberichten sagte sie Merz jedoch ab. Die fünffache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein erklärte in der Folge der "Bild"-Zeitung, sie könne sich vorstellen, den Posten zu übernehmen.

Merz hatte von vornherein vor, jemanden ins Kanzleramt zu holen, der schon mal als Sportler aktiv war. Auf dem Wasser war Rauhe immer einer der Schnellsten. Das heute in Potsdam lebende Kraftpaket war spezialisiert auf die kurzen Strecken über 200 und 500 Meter. Zum krönenden Abschluss seiner Karriere gewann er mit dem Vierer-Kajak Olympia-Gold bei den Spielen in Tokio 2021 auf der langen Sprintstrecke - und weinte anschließend bittere Tränen. Seinen ersten Olympiasieg hatte Rauhe bereits 2004 in Athen im Zweier geholt. Der gebürtige Berliner war in allen Bootsklassen vom Einer bis zum Vierer zu Hause und holte dutzende Goldmedaillen bei Welt- und Europameisterschaften.

Nach seiner Karriere widmete sich der Sportsoldat sowohl der Weiterentwicklung der Rennkanus gemeinsam mit dem Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) als auch den Interessen der Sportler. Seit 2023 ist er Mitglied in der Athletenkommission des Europäischen Olympischen Komitees und hatte sich für die Berufung einer Sportministerin oder eines Sportministers im Bundeskanzleramt starkgemacht. Nun wird er in diesem Amt der Nachfolger von Schenderlein, aus deren Händen er im vergangenen Januar das Silberne Lorbeerblatt entgegengenommen hatte.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses/dpa