Die österreichische Radsportlerin Valentina Cavallar hat die Beweggründe für ihr vorzeitiges Saisonende und eine fragwürdige Dopingkontrolle geteilt. Auf Instagram schreibt die 25-Jährige, dass im September ihre Mutter verstorben sei. Nur wenige Stunden nach dem Tod ihrer Mutter habe sie eine Kontrolle über sich ergehen lassen müssen - in einem Raum, der neben dem Sterbezimmer mit der Leiche lag. Die ehemalige Ruderin Cavallar hatte nach der 8. Etappe der Tour de France im Sommer überraschend aufgegeben.
Sie verstehe, schreibt sie, wie wichtig ein sauberer Sport ist und dass dies zur Verantwortung einer professionellen Athletin gehört. Aber: "Unter diesen Umständen eine Dopingkontrolle durchlaufen zu müssen, empfand ich als zutiefst schmerzhaft, völlig unangebracht und respektlos meiner Familie gegenüber. Es war ein Moment, der mich darüber nachdenken ließ, wie leicht wir vergessen können, dass hinter jedem Sportler ein Mensch steht - mit einem Leben, einer Familie und Gefühlen, die nicht einfach verschwinden, sobald die Verpflichtungen des Profisports beginnen", schreibt sie weiter.
Der Todesfall habe ihre "Sicht aufs Leben für immer verändert". Sie halte ihr Privatleben normalerweise von der Öffentlichkeit fern, aber das sei etwas, was sie als wichtig zu teilen empfindet. Cavallar habe in der Folge erkannt: "Im Leben geht es nicht darum, wie viel man erreicht, wie erfolgreich man ist oder wie bekannt der eigene Name ist. Es geht um die Menschen, die man liebt und mit denen man Erinnerungen schafft und teilt", schreibt sie.
Unangemeldete Dopingkontrollen sind Teil des Profisports. Bei der Tour de France der Herren erregte ein Vorfall in diesem Sommer Aufsehen: Während der Frankreichrundfahrt klopften die Dopingkontrolleure bei den Teams auch mitten in der Nacht. Vor der schweren Bergetappe zum Plateau de Solaison war etwa Jonas Vingegaard um 2 Uhr in der Nacht kontrolliert worden, bei Tadej Pogacar klopfte es um 5 Uhr an der Tür. Bei der anschließenden Etappe kam Vingegaard zu Fall und schied mit einem Schlüsselbeinbruch aus. Pogacar mutmaßte, dass darin ein Zusammenhang bestanden haben könnte.

