Wut auf Tour-Dopingkontrolleure

"Das ist eine Frage der Menschenrechte. Ich bin sprachlos."

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Lance Armstrong findet die Uhrzeit der Dopingkontrollen bei der Tour völlig unangemessen. (Foto: dpa)
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20.07.2026 | 13:52 Uhr
Lance Armstrong wurden einst wegen Dopings alle sieben Toursiege aberkannt. Nun äußert sich der Texaner zu den nächtlichen Kontrollen im Zusammenhang mit dem Sturz-Aus von Mitfavorit Jonas Vingegaard.

In die Diskussionen um die nächtlichen Kontrollen bei der Tour de France hat sich sogar der prominenteste Dopingsünder der Radsport-Geschichte eingeschaltet. "Sie tauchten um 2 Uhr morgens vor seinem Zimmer (von Jonas Vingegaard) auf. Sie klopften an die Tür und weckten ihn mitten in der Tour de France. 2 Uhr morgens - das ist eine Frage der Menschenrechte. Ich bin sprachlos", sagte Armstrong in seinem Podcast "The Move".

Hintergrund der Debatten ist das Tour-Aus des Mitfavoriten Jonas Vingegaard, der auf der 15. Etappe stürzte und dabei einen Schlüsselbeinbruch erlitt. Vor der Etappe musste sich der zweimalige Tour-Champion um 2 Uhr einer Dopingkontrolle unterziehen. Spitzenreiter Tadej Pogacar, der sich einer ähnlichen Kontrolle um 5 Uhr stellen musste, sah darin womöglich einen Zusammenhang.

"Nach einer Nacht, bei der der Schlaf ruiniert wird, liegt es vielleicht daran. Seine Tour ist ruiniert. Es ist wirklich traurig", sagte Pogacar, der Mann im Gelben Trikot, und fügte hinzu: "Schlaf ist wichtig. Die Erholung des Körpers ist entscheidend. Wenn man auch nur ein bisschen die Konzentration verliert... Und die Strecke dort in der Ortschaft war wirklich gefährlich."

"Es ist schlicht unmenschlich"

Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel fand nach seinem Etappensieg klare Worte. "Ich kann nur sagen, dass es ziemlich respektlos ist, die Fahrer mitten in der Nacht zu wecken. Kontrollen um 2 und 5 Uhr morgens sind etwas, das wir als Fahrer eigentlich nicht hinnehmen können. Es ist schlicht unmenschlich, uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf zu reißen", sagte der Belgier und bezeichnete die Vorgänge als "Schande".

Armstrong besprach die Geschehnisse mit dem früheren Toursieger Bradley Wiggins und seinem Edelhelfer George Hincapie. Das Trio spekulierte, dass Vingegaard nach dem langen Transfer auf der Etappe davor vermutlich erst um 1 Uhr im Bett gewesen sei. "Er war gerade erst eingeschlafen, und eine Stunde später wurde er wieder geweckt. Ich meine, wir sind uns doch alle einig, dass das nicht in Ordnung ist, oder?", sagte Wiggins.

Dem lebenslang gesperrten Armstrong wurden einst alle sieben Siege bei der Tour de France wegen seiner umfangreichen Dopingvergehen aberkannt. Später gab er in einer TV-Sendung alles zu. Bei der Tour ist der Amerikaner nicht mehr erwünscht.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa