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Nur noch Handball-Scheinriese?Rekordmeister THW Kiel leidet nach Horror-Hattrick so richtig

01.06.2026, 11:20 Uhr
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Trainer Filip Jicha muss die nächste Enttäuschung verkraften. (Foto: dpa)

Der THW Kiel kassiert den nächsten heftigen Schlag. Durch die Final-Niederlage im deutschen Duell der European League verpasst das Team wieder die Champions League. Die Enttäuschung ist riesig.

Aschfahles Gesicht, gesenkter Blick - Filip Jicha war schwer gezeichnet. Schon wieder musste der Trainer des THW Kiel eine Niederlage erklären. Schon wieder eine Saison ohne Titel. Schon wieder findet die Champions League ohne den Rekordmeister statt. "Ich spüre einen großen Schmerz", sagte Jicha geknickt, als der Hattrick des Scheiterns perfekt war.

Während die Jubelschreie der Melsunger Titel-Debütanten auch weit nach dem Schlusspfiff des Final-Thrillers von Hamburg durch die Gänge der Arena waberten, kämpften die Kieler mit ihren Emotionen. "Die Enttäuschung über die ganze Saison ist extrem groß. Du gehst auf jeden Fall anders in den Urlaub, wenn du einen Titel hast und weißt, du spielst in der nächsten Saison Champions League", sagte Nationalspieler Rune Dahmke nach dem mit 23:24 verlorenen Endspiel der European League gegen den Liga-Konkurrenten.

Kiel bleibt in dieser Saison titellos

Nix wurde es für die Zebras mit dem ersten internationalen Titel seit dem Königsklassen-Triumph 2020. Noch schwerer wog beim einstmals so großen THW aber die bittere Erkenntnis, dass Europas Top-Wettbewerb in der kommenden Saison zum dritten Mal nacheinander ohne Kiel stattfindet. "Wir sind einfach leer und traurig", sagte Jicha.

Filip Jicha steht in Kiel wie kein Zweiter für die gute alte Zeit. Als Spieler sammelte er während seiner glanzvollen Karriere Trophäen wie Briefmarken mit dem Verein. Auch als Trainer (seit 2018) holte er viele Jahre lang Titel am Fließband, nun muss er die Krise des Klubs allerdings nicht bloß moderieren. Zusammen mit Geschäftsführer Viktor Szilagyi verantwortet er sie auch. 

Der Handball-Dominator einer ganzen Generation kommt dieser Tage als Scheinriese daher. Nach der verpassten Titelverteidigung im DHB-Pokal bleibt der erfolgsverwöhnte THW in dieser Saison wie schon 2024 ohne Titel, in der Liga steht Kiel zwei Spieltage vor dem Ende nur auf Platz fünf. "Wir hätten eines unserer Saisonziele noch erreichen können, das haben wir nicht", sagte Szilagyi nach dem Tiefschlag am Sonntagabend trocken: "Da fühle ich Enttäuschung."

Hoffnung liegt auf Zugängen

Die Star-Zugänge Julian Köster (VfL Gummersbach) und Domen Makuc (FC Barcelona) dürften Kiel ab Sommer auf ein neues Level hieven, der Weg zurück an die Spitze ist aber steinig. Der SC Magdeburg und auch die Füchse Berlin scheinen ein Stück weit enteilt. Und so sprach Dahmke von einem "Paketschmerz. Die Champions-League-Quali stand über allem. Das hätte dem Verein und uns und der Stadt extrem viel bedeutet."

Genau diese Bedeutung spürten die Melsunger nach dem ersten Titel der Klub-Historie, der ihnen wohl auch erstmals den Startplatz in der Champions League sichert. "Der Schlusspfiff war der Wahnsinn. Alle haben danach gelechzt, das war die pure Erlösung", sagte MT-Kapitän Timo Kastening und sprach von einem "Mega-Gefühl".

Final-Held Nebojsa Simic, der die THW-Stars mit seinen Paraden zur Verzweiflung gebracht hatte, meinte: "Ich fühle mich überragend und habe Zweitausend Emotionen in mir. Ich habe geweint, gefeiert und bin in ein paar Minuten wahrscheinlich besoffen. Diesen Tag werde ich nie vergessen, das wird das ganze Leben bleiben."

Quelle: ntv.de, msc/sid

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