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Im Bergtrikot ins Hochgebirge Tour-Senior Geschke kämpft um das Unmögliche

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Simon Geschke hat seinen Tour-Coup bereits gefeiert.

(Foto: REUTERS)

Mit einem mitreißenden Auftritt fährt Simon Geschke auf der ersten Alpen-Etappe der Tour de France ins Bergtrikot. Es zu verteidigen dürfte für den 36-Jährigen allerdings schwierig werden. Der Berliner kann seine Chancen im Hochgebirge sehr realistisch einschätzen.

Bergkönig Simon Geschke genoss den Blick auf das Alpenpanorama vom Hotel "Le Castellan" und ließ es am Ruhetag der Tour de France locker angehen. Für eine gute Stunde setzte sich der 36-Jährige aufs Rad, Helm und Hose hatten schon das Design des berühmten weißen Trikots mit den roten Punkten. "Der Tag Pause war nötig. Jetzt versuche ich, das Trikot so lange wie möglich zu behalten", sagte Geschke. Sein Bergtrikot bekommt er am Dienstag. Auf der Etappe nach Megève sollte es möglich sein, die Führung in der Bergwertung zu behalten.

Daheim in Freiburg ist man jetzt voll im Tour-Fieber. Geschkes Hund Jimi, eine französische Bulldogge, posierte im Garten mit einem Bergtrikot für ein Foto. "Ich weiß gar nicht, ob sie sich extra ein Trikot gekauft haben. Das Bild kam von meiner Schwiegermutter", sagte Geschke. Sein Hund war in den sozialen Medien vor zwei Jahren durch ein Video bereits eine kleine Berühmtheit geworden, als er Geschke nach dessen durch eine Corona-Quarantäne verhagelten Olympischen Spiele von Tokio am Bahnhof überschwänglich empfing.

"Durch das Ergebnis sind wir jetzt guter Dinge"

Durch seine eigene Vorgeschichte und den Corona-Ausfall seines Kapitäns Guillaume Martin hatte Geschke durchaus Respekt vor den verpflichtenden Tests der Tour. Am Montagmorgen erhielt der Routinier sein negatives Ergebnis. "Die Erleichterung war sehr groß. Ich habe im Bus neben Guillaume gesessen, deshalb habe ich mir Sorgen gemacht. Durch das Ergebnis sind wir jetzt guter Dinge", sagte Geschke. Der Fokus kann somit weg von der Corona-Angst und hin zur Verteidigung des Bergtrikots gehen. Dafür ist das Aus des Kapitäns sogar ein Vorteil. "Wir werden das Trikot leidenschaftlich verteidigen, das ist eine sehr gute Herausforderung", sagte Cofidis-Sportdirektor Alain Deloeuil.

"Das war wirklich eine All-Out-Aktion. Ich bin einfach super froh, dass es geklappt hat", blickte Geschke derweil im Gespräch mit dem Sportinformationsdienst auf seinen Husarenritt zurück. "Ich habe schon im Bus gesagt: 'Ich will es unbedingt probieren'", so der Berliner: "Ich bin ein paar Tode gestorben bei der letzten Bergwertung, aber es hat sich gelohnt." Auf der ersten Alpenetappe der Tour hatte er am Sonntag einen unfassbaren Kampf geliefert.

Am Col de la Croix sicherte sich Geschke als Führender einer Fluchtgruppe zunächst zehn Bergpunkte. Am Pas de Morgins dann, als die Spitzengruppe längst gesprengt worden war und das große Feld ihm wie ein Raubtier im Nacken saß, kämpfte er sich als Fünfter über die Bergkuppe - und holte sich die entscheidenden zwei Zähler. "Die Bergwertung war meine persönliche Ziellinie. Die anschließenden Abfahrt bin ich dann wie auf Eiern runtergefahren", berichtete Geschke. Wie auf Eiern rollte er auch am Ende als 32. ins Ziel.

Trikot bis Paris? Utopisch

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Dass Geschke das Trikot bis nach Paris trägt, hält er selbst für utopisch. "Ich glaube, es wurden erst zehn Prozent der Bergpunkte vergeben. Im Hochgebirge habe ich meine Grenzen, das muss man klar sagen. Gerade über 2000 Meter", erklärte Geschke. Auf die ganz großen Höhen geht es am Mittwoch und Donnerstag auf den beiden schweren Alpenetappen.

Geschkes Karriere ist nicht arm am Höhepunkten. Die Eroberung des Bergtrikots gehört zum oberen Regal der Erfolge. "Mein Etappensieg bei der Tour ist natürlich das Größte", sagte Geschke zu seinem Erfolg in Pra-Loup 2015. "Bei der Tour kommt direkt danach das Bergtrikot." Auf seine gesamte Karriere blickend ordnete Geschke den dritten Platz bei der Tour de Romandie in diesem Jahr oder den dritten Platz bei der Tour Down Under 2020 sportlich noch höher ein. Vielleicht ändert sich das, je länger er das Bergtrikot trägt.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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