Sport

Missbrauchsskandal im US-Turnen Trainer wird angeklagt und ist kurz darauf tot

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Geddert arbeitete mit dem verurteilten Sexualstraftäter Larry Nassar zusammen.

(Foto: via REUTERS)

Als US-Turntrainer war John Geddert sehr erfolgreich. Doch dann gerät er ins Visier der Staatsanwaltschaft. Ihm werden unter anderem sexueller Missbrauch und Menschenhandel vorgeworfen. Am Tag der Anklage stirbt der 63-Jährige.

Der wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandel angeklagte ehemalige US-Turntrainer John Geddert hat sich nach Angaben der Generalstaatsanwältin und Justizministerin des US-Bundesstaates Michigan, Dana Nessel, das Leben genommen. Auch das Büro von Gedderts Anwalt bestätigte seinen Tod. Stunden zuvor war der Ex-Trainer der Turn-Olympiasiegerinnen aus den USA angeklagt worden.

"Mein Büro ist darüber informiert worden, dass der Körper von John Geddert am späten Nachmittag gefunden worden ist, nachdem er sich selbst das Leben genommen hatte. Das ist ein tragisches Ende in einer tragischen Geschichte für alle Beteiligten", hieß es in Nessels Statement. Nach dem Skandal um den inzwischen verurteilten Teamarzt Larry Nassar war Geddert vom US-Turnverband suspendiert worden und daraufhin in den Ruhestand gegangen. Er starb im Alter von 63 Jahren.

Nessel, die im US-Justizsystem in Personalunion Justizministerin und Generalstaatsanwältin ist, warf Geddert in insgesamt 24 Fällen Menschenhandel, Zwangsarbeit, das Fortführen einer kriminellen Vereinigung, sexuellen Missbrauch und das Belügen eines Gesetzeshüters im Zusammenhang mit einer Strafermittlung vor. Der Anwalt Gedderts war für eine Stellungnahme bisher nicht zu erreichen.

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Nassar arbeitete in Gedderts Sportstudio

Geddert betreute das siegreiche US-Frauen-Team bei den Olympischen Spielen 2012 in London und betrieb ein Fitnessstudio in Lansing, in dem auch der verurteilte Larry Nassar verletzte Turner betreute. Seine erfolgreichste Turnerin war Jordyn Wieber, die 2011 Mehrkampf-Weltmeisterin und ein Jahr später Olympiasiegerin wurde. Geddert hatte während des Nassar-Prozesses stets unterstrichen, dass er "keine Kenntnis" von den Verbrechen des zu 175 Jahren Haft verurteilten Nassar hatte.

Der frühere Mediziner hatte sich in den Verfahren schuldig bekannt, mehrere Turnerinnen sexuell misshandelt zu haben. Insgesamt waren Anzeigen Hunderter Turnerinnen und ihrer Eltern gegen ihn eingegangen, darunter von den Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles.

Der US-Turnverband hatte den Opfern Entschädigungen in Höhe von insgesamt 215 Millionen Dollar angeboten. Man strebe eine einvernehmliche Lösung mit den Vertretern der betroffenen Sportlerinnen an, erklärte Verbandschefin Li Li Leung. Mit einer Einigung auf Abfindungszahlungen von umgerechnet 195 Millionen Euro will der Verband die drohenden Gerichtsverfahren mit Nassars Opfern abwenden. Opfer-Anwälte lehnten das Entschädigungsangebot des US-Verbands zunächst ab.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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