Schöner Sport in Aufruhr

Trump-Kumpel eskaliert als unnachgiebiger Rüpel beim Golf

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Bryson DeChambeau ist ein Kumpel von US-Präsident Donald Trump - und hat sich offenbar dessen Rüpelhaftigkeit abgeschaut. (Foto: picture alliance / newscom)
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19.07.2026 | 13:18 Uhr
Die Entscheidung um den Sieg bei den British Open ist noch nicht gefallen - doch darum geht es längst nicht mehr. Das älteste Golf-Turnier der Welt wird von einem Eklat in Atem gehalten. Ein Kumpel von US-Präsident Donald Trump spielt die Hauptrolle.

Der "Golf-Konflikt" an der eigentlich so beschaulichen Irischen See nördlich von Liverpool eskalierte endgültig, als Rory McIlroy am Samstagnachmittag vor die Kameras trat. Die British Open sei von Bryson DeChambeau in "Geiselhaft" genommen worden, wetterte der nordirische Superstar über seinen Intimfeind. Der US-Amerikaner habe bei der 154. Auflage des ältesten Turniers der Welt "viel Schauspielerei" an den Tag gelegt und das letzte Major des Jahres missbraucht, um "Aufmerksamkeit" zu generieren.

Schon bei der Einleitung der Tirade war klar, auf was McIlroy hinaus wollte. "Ich werde mich hier nicht hinstellen und so tun, als ob ich Bryson verteidigen möchte", sagte der sechsmalige Major-Champion nach seiner dritten Runde in Royal Birkdale über den zweimaligen US-Open-Sieger und Star der umstrittenen LIV-Tour: "Ich bin kein besonders großer Fan von ihm. Vieles davon ist Show." Was folgte, war eine gnadenlose Abrechnung mit DeChambeau für dessen Verhalten vom Vortag.

Der 32-Jährige hatte die Organisatoren und das restliche Teilnehmerfeld inklusive aller Stars bis spät in den Freitagabend mit der Drohung seines Rückzugs vom Turnier in Atem gehalten, weil er sich ungerecht behandelt fühlte. Die als Experten bei zahlreichen Sendern beschäftigten Ex-Profis gingen in der Folge nahezu kollektiv aus dem Sattel und stellten DeChambeau als Golf-Rüpel dar, der offensichtlich in seiner eigenen Welt lebe und die "Bryson Open" anstatt der British Open spiele.

Fehlverhalten offensichtlich

Dabei war das Fehlverhalten DeChambeaus nach Einschätzung fast aller Experten offensichtlich. Er hatte während seiner zweiten Runde auf Loch fünf nach einem verzogenen Schlag das hohe Gras hinter seinem Ball niedergetreten. Das belegten die TV-Bilder. Da er sich so einen irregulären Vorteil beim Schwung verschafft hatte, wurde der 32-Jährige im Nachgang mit einer Strafe von zwei Schlägen belegt. Statt einen Schlag hinter der Spitze lag DeChambeau drei Schläge zurück.

Das wollte der gebürtige Kalifornier lange Zeit nicht akzeptieren. Erst kurz vor 23 Uhr ließ der Kumpel von US-Präsident Donald Trump wissen, dass er am Samstag doch antreten werde. Bis dahin blieben die restlichen Profis im Unklaren darüber, wann und mit wem sie auf die dritte Runde gehen werden. "Das Turnier so als Geisel zu halten und uns alle - Spieler, Freiwillige, einfach jeden - warten zu lassen, fand ich nicht besonders gut", schimpfte McIlroy: "Ich denke, die Zwei-Schlag-Strafe war auf jeden Fall gerechtfertigt."

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Scheffler will lieber noch nichts kommentieren

Die harschen Kommentare McIlroys waren nicht sonderlich überraschend, schließlich verbindet den 37-Jährigen eine Geschichte mit DeChambeau. Abgesehen von diversen Ryder-Cup-"Schlachten" duellierten sich beide 2024 bei der US Open, die DeChambeau mit einem Schlag vor McIlroy gewann. Als McIlroy im vergangenen Jahr beim Masters seine Karriere-Grand-Slam perfekt machte und dabei DeChambeau schlug, sprach er auf der gemeinsamen letzten Runde kein Wort mit seinem Kontrahenten.

Schon im Vorfeld des Turniers hatte DeChambeau für Aufsehen gesorgt, weil er sich mit Nick Faldo einen verbalen Schlagabtausch lieferte. Der sechsmalige Major-Champion aus England hatte in seiner Experten-Rolle DeChambeau heftig kritisiert, weil dieser bei den vorhergegangenen drei Major-Turnieren des Jahres vorzeitig ausgeschieden war.

Zu all dem hat übrigens auch Scottie Scheffler eine Meinung, die der Weltranglistenerste aber nicht teilen möchte - noch nicht. "Eigentlich habe ich eine Menge dazu zu sagen", sagte der US-Amerikaner, der gemeinsam mit DeChambeau bei dessen Regelverstoß auf dem Platz unterwegs war: "Ich habe nur noch nicht entschieden, was ich davon öffentlich sagen will." Der "Golf-Konflikt" könnte weiter eskalieren.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid