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Mit Strategie "nicht vereinbar"Saudis drehen erstem Sport den Geldhahn zu

30.04.2026, 18:01 Uhr
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Die LIV-Serie könnte mit dem Abzug der Saudis schnell Geschichte sein. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Saudi-Arabien schüttet viele Milliarden Petrodollar über dem Weltsport aus, nun gerät die unversiegbar scheinende Quelle erstmals ins Tröpfeln: Eine erst 2022 aus dem Boden gestampfte Golfserie LIV muss künftig ohne das Saudi-Geld auskommen.

Die umstrittene Golfserie LIV-Tour muss spätestens ab Ende August ohne die milliardenschwere Unterstützung aus Saudi-Arabien auskommen. Der Staatsfonds PIF erklärte, LIV nur noch für den Rest des Spieljahres finanziell zu unterstützen, und erklärte weiter: "Die erheblichen Investitionen, die LIV Golf langfristig benötigt, sind nicht mehr mit der aktuellen Phase der Investitionsstrategie von PIF vereinbar."

LIV Golf habe den Golfsport dennoch "durch seine transformative und positive Wirkung weltweit erheblich vorangebracht" und "für immer zum Besseren verändert". Rund zwei Stunden zuvor hatte LIV bereits erahnen lassen, dass die saudische Geldquelle versiegt. In einer nebulös formulierten Mitteilung verkündete man die Ernennung eines neu gegründeten unabhängigen Vorstands. Nun gehe es darum, "langfristige Finanzpartner zu gewinnen, um den Übergang von der Gründungsphase zu einem diversifizierten Investitionsmodell mit mehreren Partnern zu unterstützen".

LIV hatte bei ihrer Gründung 2022 zahlreiche Golf-Stars wie Jon Rahm (Spanien), Dustin Johnson, Bryson DeChambeau (beide USA) oder den früheren Weltranglistenersten Martin Kaymer aus Mettmann mit Millionen-Summen zur Abkehr von der traditionsreichen PGA-Tour bewegt. Die Golf-Welt war damit in zwei Teile zerrissen.

Die LIV-Tour unterzeichnete zwar 2023 eine Rahmenvereinbarung mit der US-amerikanischen PGA und der europäisch geprägten DP World Tour. Die darin angepeilte Kooperation kam aber bislang nicht zustande.

Wird Geld aus dem Sport abgezogen?

Der fünfmalige Major-Sieger Brooks Koepka war der erste LIV-Spieler, der zur PGA zurückkehrte, nachdem er im vergangenen Dezember die Tour verlassen hatte. Ermöglicht wurde dies durch das "Returning Member Program" der PGA, das "Spitzenspielern, die nicht mehr vertraglichen Beschränkungen unterliegen und daher nicht mehr an die Regeln und Vorschriften der PGA Tour gebunden sind, einen Weg zurück bietet".

LIV Golf hatte in dieser Woche bereits sein für Juni geplantes Turnier in New Orleans verschoben. Vertreter der Organisation äußerten die Hoffnung, die Veranstaltung noch in diesem Jahr nachzuholen. Das nächste Turnier von LIV soll vom 7. bis 10. Mai im Trump National in einem Vorort von Washington stattfinden, das letzte geplante Event dieser Saison vom 20. bis 23. August in Indianapolis gespielt werden.

PIF hatte kürzlich seine neue Strategie für die Zeitspanne 2026 bis 2030 präsentiert, der Sport wurde darin nicht erwähnt. Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren massiv in den Sport investiert, vor allem in Fußball, Formel 1, Boxen, Tennis, E-Sport und eben Golf. Das Land ist im vergangenen Jahr zum Gastgeber der Fußball-WM 2034 gekürt worden.

Quelle: ntv.de, ter/sid

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