Weltmeister bittet zum Tanz

Tyson Fury? Anthony Joshua? "Kabayel wartet auf euch"

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Tyson Fury tauchte zuletzt bei Donald Trumps Käfigkampfshow vor dem Weißen Haus auf. (Foto: IMAGO/PxImages)
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02.07.2026 | 15:40 Uhr
Jahrelang jagt Agit Kabayel Schwergewichts-König Oleksandr Usyk hinterher. Doch der dankt freiwillig ab und macht den Wattenscheider so zum Weltmeister. Jetzt bittet der "Leberking" andere Superstars zum Tanz.

Der frisch gebackene Schwergewichts-Weltmeister Agit Kabayel ist offen für Kämpfe gegen die britischen Superstars Tyson Fury und Anthony Joshua. "Für mich ist das kein Problem, ich werde gegen jeden kämpfen. Ruft mich an. Mein Telefon ist hier, bitte meldet euch. Ich werden gegen jeden antreten", sagte der WBC-Champion bei Sky Sports. Er wolle sich im Wettkampf mit den Besten messen, fügte Kabayel hinzu und wandte sich direkt an Fury und Joshua: "Wenn ihr denkt, ihr habt eine Chance, zum dritten Mal Schwergewichts-Weltmeister zu werden, lasst es uns machen: Kabayel wartet auf euch."

Die Fans auf der Insel wollten zunächst aber die lang ersehnte Battle of Britain zwischen Fury und Joshua sehen, betonte Kabayel. "Danach können wir sehen, wer der Beste für einen Kampf gegen mich ist." Die Engländer sollen im Herbst in einem Multimillionen-Dollar-Spektakel aufeinandertreffen, Streaming-Riese Netflix würde weltweit übertragen. Der Schauplatz ist noch unklar, die Promoter Eddie Hearn (Joshua) und Frank Warren (Fury) drängen darauf, dass das Duell in England stattfindet. Das letzte Wort hat aber Box-Mogul Turki Al-Sheikh, der der saudischen General Entertainment Authority vorsteht, und das Event finanziert.

Kampf gegen Fury? "Warum nicht!"

Sowohl Fury als auch Joshua müssen zunächst noch je einen Aufwärmkampf gewinnen, damit der Traumkampf Realität wird. Der 37-jährige Fury steigt am 24. Juli in Thailand gegen den 46-jährigen früheren Klitschko-Herausforderer Mariusz Wach (Polen) in den Ring. Tags darauf duelliert sich Joshua, 36 Jahre, in Riad mit dem weithin unbekannten Albaner Kristian Prenga. Die Favoriten sollten diese "Hürden" problemlos aus dem Weg räumen.

Fury belegt in der Weltrangliste des Verbandes WBC Rang 1, wäre somit nominell der nächste Herausforderer des neuen Weltmeisters Kabayel. Der Deutsche hatte in der Vergangenheit stets gesagt, nicht gegen Fury kämpfen zu wollen und das freundschaftliche Verhältnis zu dem Klitschko-Bezwinger als Grund genannt. Das hat sich geändert. Zuletzt brachte Fury via Instagram ein Duell mit Kabayel ins Spiel, der seine Scheu daraufhin ablegte. "Warum nicht? Das ist ein großer Kampf. Wir können den auch in einem Stadion in Deutschland machen, ebenso in einem Stadion in Großbritannien. Ich denke, das ist groß, wirklich groß", sagte der Profiboxer aus dem Ruhrpott.

"Wenigstens haben wir einen Weltmeister im Schwergewicht"

In einem Interview mit DAZN verriet Kabayel, wie ihn die Nachricht erreichte, dass er WBC-Weltmeister im Schwergewicht ist. Er habe sich am Tag, nachdem Titelträger Oleksandr Usyk all seine WM-Gürtel niedergelegt hatte, im Flieger nach Mallorca befunden und vergessen, "mein Handy auf Flugmodus zu stellen", erzählte er. "Kurz vor der Landung bekomme ich die erste Nachricht von meinem Manager Spencer Brown: 'Geh an dein Handy, es ist wichtig.' Ich denke mir: 'Wir landen doch in fünf Sekunden.' Ich nehme mein Handy in die Hand und denke: 'Was ist passiert? Ist irgendwas passiert? Hat Usyk angerufen oder wollen die doch etwas anderes machen?' Ich wusste ja nicht, was los ist. Dann sagt er: 'Du bist Weltmeister im Schwergewicht.' Ich sagte: 'Was? Was hast du gesagt, Spencer?' Er wieder: 'Du bist Weltmeister im Schwergewicht.' Da war ich komplett durch."

Es sei noch immer "schwer zu realisieren", 94 Jahre nach Max Schmeling der erste deutsche Boxmeister aller Klassen zu sein. Auf Mallorca hätten Urlauber nach dem Aus der DFB-Elf bei der WM gesagt: "Deutschland ist zwar leider rausgeflogen, aber wenigstens haben wir einen Weltmeister im Schwergewicht", berichtete Kabayel.

Der WBC-Vorstand hatte Kabayel am Samstag nach Usyks Verzicht vom Interims- zum vollwertigen Weltmeister hochgestuft. Den Zwischentitel hatte der Deutsche Anfang 2025 mit einem spektakulären K.o.-Sieg über den Chinesen Zhang Zhilei erobert. Im Frühjahr verpflichtete der WBC Usyk dann, den Titel gegen Kabayel zu verteidigen. Doch der Ukrainer hat andere Pläne, kündigte auf Instagram einen "Last Dance" gegen einen Gegner seiner Wahl an.

Klitschko würde Kabayel "sportlich nichts bringen"

Wann Kabayel zu seiner ersten Titelverteidigung antritt, ist noch offen. "Ich denke, so Mitte bis Ende Oktober könnte man etwas auf die Beine stellen. Das ist zumindest mein Gefühl. Ich hoffe, dass wir mit dem riesigen Support, den wir aktuell bekommen, die erste Titelverteidigung in einem Stadion austragen können. Das Düsseldorfer Stadion - das wäre das Ziel."

Kabayel äußerte sich auch über die seit geraumer Zeit herumwabernden Gerüchte über ein mögliches Duell mit Box-Legende Wladimir Klitschko. "Ich habe immer gesagt: Sportlich würde mir ein Kampf gegen Wladimir Klitschko heute nichts bringen. Ich suche die sportliche Herausforderung", betonte der WBC-Weltmeister. Zu Glanzzeiten hätte ihn Klitschko "vielleicht umgehauen. Aber heute reden wir über einen fast 50-jährigen Wladimir Klitschko. Er ist bestimmt immer noch in Topform, aber er wird sich wahrscheinlich nicht mehr mit dem aktuellen Schwergewicht messen, so wie früher."

Klitschko kokettierte in den letzten Jahren immer wieder mit einem Comeback, stand Anfang 2025 tatsächlich auch kurz vor einer Rückkehr in den Ring, um den damaligen IBF-Weltmeister Daniel Dubois herauszufordern. Als Ziel nannte Klitschko immer wieder George Foremans Rekord als ältester Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte zu brechen. "Big George" gewann den Titel 1994 mit fast 46.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar