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Großes Problem in Deutschland Viele Sportler missbrauchen Schmerzmittel

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Neven Subotic berichtete jüngst, dass "Ibuprofen wie Smarties" verteilt wird.

(Foto: imago sportfotodienst)

Irgendwo zwickt es zwar, mit Schmerzmittel geht's dann aber schon - offenbar ein Verhalten, das viele Profis und Amateure in Deutschland für angemessen halten. Zahlreiche Experten sehen darin ein Problem. Einer stellt sogar die Frage, ob Schmerzmittel als Dopingmittel gelten sollten.

Zu häufig genutzt, zu leicht erhältlich: Der Missbrauch von Schmerzmitteln stellt im deutschen Profi- und Amateursport ein großes Problem dar. Eine breitere Aufklärung und größere Transparenz könnten die Lage verbessern. Zu diesem Ergebnis kamen Sportpolitiker, Sportmediziner und weitere Sachverständige im Sportausschuss des Deutschen Bundestages.

Tim Meyer, Mannschaftsarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, bestätigte, dass der deutsche Sport "auf dem Schmerzmittelsektor ein Problem" habe. Im Profi- und Leistungssport sei von einem "missbräuchlichen Gebrauch von Schmerzmitteln", auszugehen, sagte Professor Dieter Leyk von der Forschungsgruppe Leistungsepidemiologie an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Am Ende des Tages müsse hinterfragt werden, ob die Rezeptfreiheit diverser Präparate "dauerhaft sinnvoll" sei, erklärte der deutsche Olympiaarzt Bernd Wolfarth, leitender Sportarzt der Charite. Es gelte, den "verantwortungsvollen Umgang mit Schmerzmitteln in den Vordergrund zu rücken", forderte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA.

Eberhard Gienger, Vertreter der Unions-Fraktion im Sportausschuss und früherer Reck-Weltmeister, stellte die Frage, ob Schmerzmittel nicht auf der Dopingliste stehen sollten. DFB-Arzt Meyer lehnte dies aus zwei Gründen ab. Zum einen gebe es durch die Einnahme von Schmerzmittel keine motorischen Vorteile für die Athleten, zum anderen sei der Verwaltungsaufwand riesig, wenn jede Kopfschmerztablette als Dopingmittel angegeben werden müsse.

Verbände lassen Daten erheben

Zum Vergleich der Geschlechter sagte Leyk, dass Frauen häufiger zu Schmerzmitteln greifen würden, bei der Einnahmedauer gebe es aber keine geschlechterspezifischen Unterschiede. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen gebe es bezüglich von Prävention und Aufklärung einen großen Handlungsbedarf, so Leyk.

Der Sportausschuss hatte das Thema aufgegriffen, nachdem ein Film der ARD-Dopingredaktion und des Recherchezentrums "Correctiv" im vergangenen Sommer alarmierende Rechercheergebnisse öffentlich gemacht hatte. Demnach sollen im Fußball reichlich Schmerzmittel eingeworfen werden, auch viele Amateurspieler würden regelmäßig Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac nehmen.

"Was ich in den letzten 14 Jahren mitbekommen habe, ist, dass Ibuprofen wie Smarties verteilt wird. Für jedes kleine Aua gibt es quasi pauschal Ibuprofen", hatte Ex-Bundesliga-Profi Neven Subotic in dem Film gesagt.

Einige Verbände haben schon reagiert. So finanziert der DFB eine Studie, um herauszufinden, wie viel Schmerzmittel Profis und Amateure nehmen. Auch der Deutsche Handballbund (DHB) lässt vom Sportwissenschaftler Ansgar Thiel von der Universität Tübingen eine Studie über den Missbrauch von Schmerzmitteln erstellen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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