Sabalenkas Wut nach AusWeltranglistenerste will alles kurz und klein schlagen
Die weltbeste Tennisspielerin verpasst das Halbfinale der French Open. Das ärgert Aryna Sabalenka so sehr, dass sie "Sachen zerstören" will. Sie hat dafür einen Plan - aber noch keinen, wie sie wieder Lust auf ihren Sport bekommen will.
In aller Verzweiflung flüchtete sich Aryna Sabalenka in Galgenhumor. "Kennst du diese Räume, in die man einfach reingeht und alles kurz und klein schlägt?", sagte die Weltranglistenerste in Richtung eines Journalisten nach ihrem bitteren Aus bei den French Open: "Wahrscheinlich werde ich den ganzen Tag dort verbringen und Sachen zerstören. Vielleicht hilft es, vielleicht auch nicht."
Das 6:3, 5:7, 0:6 gegen die Russin Diana Schnaider im Viertelfinale von Paris hatte Sabalenka empfindlich getroffen, die Lust auf ihren Sport war ihr schlagartig vergangen. "Keine Gedanken, keine Gefühle. Ich möchte am liebsten sofort mit dem Tennis aufhören", sagte Sabalenka: "Aber wir werden in ein paar Tagen sehen. Hoffentlich finde ich mental wieder zurück in die Spur."
"In ein sehr sehr tiefes, dunkles Loch geraten"
Zunächst klar auf Siegkurs brach das Spiel der 28-Jährige plötzlich völlig zusammen - und der Traum vom ersten Titel an der Seine platzte. "Sabalenka tat mir ein bisschen leid", sagte Eurosport-Experte Boris Becker, trotz der klaren Führung habe sie "wieder die Contenance verloren. Das erinnert mich total an das letztjährige Finale gegen Coco Gauff. Die Bilder gleichen sich."
Im Endspiel vor einem Jahr hatte Sabalenka gegen die US-Amerikanerin den ersten Satz gewonnen, die Führung aber nicht in Ziel bringen können. Schon gegen Gauff hatte sie mit dem Wind gehadert, der auch im Duell gegen Schnaider auf dem Court Philippe-Chatrier ein Faktor war.
"Ich weiß nicht, warum sie das Dach offen gelassen haben, wo es doch so wahnsinnig windig war. Aber wie kann ich mich beschweren, wenn fast das ganze Spiel über alles gut für mich lief, es mir dann aber einfach entglitten ist", monierte Sabalenka, die zehn Spiele in Folge gegen Schnaider verlor und ihren 400. Sieg auf der Tour verpasste: "Ich glaube, mental bin ich da in ein sehr, sehr tiefes, dunkles Loch geraten und habe es einfach nicht geschafft, mich wieder aufzurappeln."
Doch trotz des empfindlichen Dämpfers werde sie "diese kleine Situation meistern", sagte Sabalenka, "und ich werde nur noch stärker daraus hervorgehen".
