Niederlage nach vier MatchbällenZverev bricht fatal ein, schimpft und will nur noch weg

Die Generalprobe für die French Open ist gescheitert: Schon vor dem Viertelfinale fliegt Alexander Zverev beim ATP-Masters in Rom raus. Gegen einen Italiener erleidet er einen verhängnisvollen Leistungseinbruch.
Alexander Zverev wollte nur noch weg. Völlig frustriert schulterte der geschlagene Hamburger seine Tennistaschen, schlich vom Sandplatz in Rom und düste mit einem Golfcart davon. Nach einem heftigen Leistungseinbruch und vier vergebenen Matchbällen ist der Weltranglistendritte beim ATP-Masters krachend gescheitert.
Der 29-Jährige verlor sein Achtelfinale in der italienischen Hauptstadt trotz eines starken Starts mit 6:1, 6:7 (10:12), 0:6 gegen den Italiener Luciano Darderi und kassierte weniger als zwei Wochen vor dem Start der French Open einen empfindlichen Dämpfer. Zverev schied erst zum zweiten Mal in diesem Jahr bei einem Turnier vor dem Halbfinale aus - und schimpfte im Anschluss heftig über die Platzverhältnisse.
"Das ist der schlechteste Platz, auf dem ich je gespielt habe. Junioren, Profis, Future, Training. Ich habe noch nie auf einem Platz gespielt, dessen Zustand so schlecht ist. Ich habe einen Matchball, und der Ball springt mir über den Kopf hinweg", sagte Zverev, der aber anerkannte: "Ich hätte das Match in zwei Sätzen gewinnen sollen. Danach hat er fantastisch gespielt."
Bei teils schwierigen Platzverhältnissen und einem euphorischen italienischen Publikum vergab Zverev im hochspannenden Tiebreak des zweiten Satzes vier Matchbälle, im Entscheidungsdurchgang brach er dann komplett ein. Zverev muss damit weiter auf seinen ersten Turniersieg in diesem Jahr sowie den dritten Triumph im Foro Italico nach 2017 und 2024 warten. Zverev, der in dieser Saison erstmals ein Spiel nach einer 1:0-Satzführung verlor, verpasste dazu sein 40. Viertelfinale bei einem Masters.
Italiener Darderi mit "Turnier meines Lebens"
Nach zwei Matches auf dem Campo Centrale wurde Zverev diesmal auf dem zweiten Hauptplatz angesetzt. Der Untergrund dort ist weich und damit langsamer, was dem Spiel der deutschen Nummer eins nicht gerade entgegenkommt. Dennoch hatte der Hamburger vermeintlich alles im Griff, nach einem Break zum 2:0 im ersten Satz diktierte Zverev gegen den 20. der Weltrangliste das Match zunächst fast nach Belieben. Doch im zweiten Satz kippte das Spiel.
Zverev schlug beim Stand von 5:4 zum Match auf und konnte auch vier Matchbälle im Tiebreak nicht nutzen, Darderi kämpfte sich angepeitscht vom Publikum zurück. Nach rund zweieinhalb Stunden nutzte der Italiener seinen zweiten Matchball zum Sieg und feierte den ersten Erfolg gegen einen Top-10-Spieler in seiner Karriere. Im Viertelfinale trifft Darderi auf den spanischen Shootingstar Rafael Jodar.
"Das ist das Turnier meines Lebens hier", sagte Darderi, "ich habe das Level, um jeden zu schlagen." Beim Stand von 5:3 für Zverev im zweiten Satz sei er eigentlich "geschlagen gewesen", doch er habe seine kleine Chance doch noch genutzt. Zverev sei ein "unglaublicher Spieler, ich habe sehr viel Respekt für ihn. Es war nur ein Match".
Für Zverev, der bei den letzten fünf Masters jeweils an Dominator Jannik Sinner (viermal Halbfinale, einmal Finale) gescheitert war, schlägt vor dem Grand-Slam-Turnier in Paris (ab 24. Mai) noch in seiner Heimatstadt Hamburg auf.