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Episches Australian-Open-DramaZverev verliert absurden Halbfinal-Krimi gegen Alcaraz

30.01.2026, 10:16 Uhr
Tennis-Australian-Open-Melbourne-Park-Melbourne-Australia-January-30-2026-Germany-s-Alexander-Zverev-in-action-during-his-semi-final-match-against-Spain-s-Carlos-Alcaraz-REUTERS-Hollie-Adams
Alexander Zverev lieferte sich ein heißes Duell mit Carlos Alcaraz im Halbfinale der Australian Open. (Foto: REUTERS)

Der Traum vom ersten Grand-Slam-Triumph platzt für Tennisstar Alexander Zverev erneut. Im Halbfinale der Australian Open unterliegt er Carlos Alcaraz in einem teilweise absurden Spiel in fünf Sätzen. Eine medizinische Auszeit des Spaniers sorgt für Ärger beim Deutschen.

Alexander Zverev holte noch einmal alles aus seinem geschundenen Körper heraus, doch es reichte nicht: Der große Karrieretraum des Hamburgers vom ersten Grand-Slam-Titel ist bei den Australian Open nach einem mehr als fünfstündigen Drama abermals geplatzt. Im Halbfinale von Melbourne verlor Zverev gegen den zwischenzeitlich angeschlagenen Weltranglistenersten Carlos Alcaraz mit 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4), 5:7 - lieferte in einem epischen Match aber einen großen Kampf.

Am Ende der Partie gingen beide Spieler auf dem Zahnfleisch. Alcaraz ließ sich letztlich auch von zwischenzeitlichen Krämpfen nicht aufhalten und rang den Deutschen, der schon zum Matchgewinn aufgeschlagen hatte, in 5:27 Stunden nieder. Er trifft am Sonntag auf der Jagd nach seinem siebten Grand-Slam-Triumph auf Titelverteidiger Jannik Sinner oder Altmeister Novak Djokovic (Serbien) - die beiden spielen im Anschluss den zweiten Finalisten aus. Alcaraz könnte dann als jüngster Spieler der Geschichte seinen Karriere-Grand-Slam vervollständigen.

40. Versuch scheitert erneut

Zverev, der 2025 im Endspiel am Italiener Sinner gescheitert war, verpasste hingegen den Einzug in sein viertes Major-Finale. Für den Hamburger heißt es weiter warten - darauf, der erste männliche deutsche Grand-Slam-Sieger seit Boris Becker 1996 zu werden. Beim Turnier in Melbourne hatte er bereits den 40. Versuch gestartet, dieses Ziel zu erreichen.

Mit einer ausgeglichenen Bilanz von 6:6 waren die beiden Kontrahenten in die Partie gestartet. Und obwohl Zverev Alcaraz auch schon in großen Grand-Slam-Matches bezwungen hatte, ließ es sich der Spanier vor der Partie nicht nehmen, eine Kampfansage zu formulieren. "Wenn er mich schlagen will, muss er viel schwitzen", sagte Alcaraz.

Zverev spielt so mutig wie zuvor

Schwitzen musste Zverev tatsächlich von Beginn an. Bei Temperaturen um die 30 Grad entwickelte sich in der Rod Laver Arena eine umkämpfte Partie, die beide Spieler hochkonzentriert angingen. Alcaraz verzichtete weitgehend auf seine emotionalen Ausbrüche und Zverev ließ gelegentlich das mutige Spiel aufblitzen, das ihn in den vergangenen Tagen so stark gemacht hatte.

Der Deutsche behielt auch beim ersten Breakball die Ruhe, dann aber - ganz plötzlich - erlebte er einen Rückfall in alte Zeiten. Mit zwei Doppelfehlern beim Stand von 4:4 schenkte er Alcaraz praktisch das entscheidende Break zum ersten Satzgewinn und haderte wie so oft mit der Besaitung seines Schlägers. Besonders ärgerlich: Alcaraz hatte in der Anfangsphase der Partie nicht unangreifbar gewirkt.

Alcaraz hat plötzlich massive Probleme

Zverev kämpfte sich zwar tapfer aus seinem selbst gegrabenen Loch, doch als er bereits zum Satzgewinn aufschlug, ließ ihn sein erster Aufschlag im Stich. Der Spanier schnappte sich schließlich den wichtigen Tiebreak, in dem Zverev abermals Chancen ausließ.

Dann aber wurde es dramatisch. Die Hitze in der Arena schien Alcaraz plötzlich massive Probleme zu bereiten - er hatte offenbar mit Krämpfen im Oberschenkel zu kämpfen. Alcaraz konnte nicht mehr rund laufen und dehnte sich mehrfach auf dem Platz, er spielte die Bälle jetzt nur noch aus den Armen heraus. Zverev nutzte das aus und sicherte sich, wenn auch ein wenig zittrig, den dritten Satz.

Nach einer Behandlungspause, über die sich Zverev sehr wunderte, wurde es bei Alcaraz nach und nach etwas besser. Zverev beklagte sich, dass das Medical-Timeout nicht erlaubt gewesen sei, weil Alcaraz eben Krämpfe hatte. Er machte seinem Ärger mächtig Luft. Alcaraz ließ das kalt. Im vierten Satz kehrte sogar sein berühmtes Lachen zurück. Zverev war aber weiterhin der fittere Spieler und entspannte sich zunehmend. Er holte sich auch den nächsten wichtigen Tiebreak. Es blieb auch im Entscheidungssatz eine extrem umkämpfte Partie auf hohem Niveau. Mit dem besseren Ende für den Favoriten, der die Arena immer wieder mit Jubelgesten auf seine Seite zog.

Quelle: ntv.de, tno/sid

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