Bitterer Heim-WM-Start

Deutsche Basketballerinnen gehen bei "Scheiß-Spiel" völlig unter

616801642
Daran kann auch Leonie Fiebich nichts ändern. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)
00:00 / 00:30
04.09.2026 | 19:25 Uhr
Die deutschen Basketballerinnen beginnen ihre Heim-Weltmeisterschaft denkbar ungünstig. Das Team von Bundestrainer Olaf Lange verliert den Auftakt gegen Spanien mit 53:83. Schon zur Halbzeit liegen Leonie Fiebich und Co. mit 26 Punkten zurück.

Leonie Fiebich applaudierte leise dem Publikum, die Schultern hingen nach der Bruchlandung bei der Heim-WM. Im Auftaktspiel gegen Medaillenkandidat Spanien mussten sich die deutschen Basketballerinnen um ihre Topscorerin mit 53:83 (24:50) geschlagen geben - und hatten in der Berliner Uber Arena nicht den Hauch einer Chance. Es gibt schon jetzt keine realistische Aussicht mehr auf den so wichtigen Gruppensieg, denn nur die Tabellenersten der Vorrunde ziehen direkt ins Viertelfinale ein.

"Der Anfang war sehr, sehr schwierig. Spanien hat jeden Wurf getroffen", sagte Bundestrainer Olaf Lange bei MagentaTV: "Wir waren nicht in der Lage, da kurzfristig drauf zu reagieren." Sein Team habe "nie wirklich in den Rhythmus gefunden, nie Lösungen gefunden. Wir müssen weiter nach vorn gucken und sehen, dass wir Zweiter in der Gruppe werden." Auch Kapitänin Marie Gülich war ernüchtert: "Das war nicht schnell genug, das war nicht aggressiv genug. Ich kann nicht positiv sein." Nyara Sabally fasste die Enttäuschung in einfache Worte: "Es war ein Scheiß-Spiel."

Vor 12.500 Zuschauern, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, war der Vize-Europameister für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) mindestens eine Nummer zu groß. Ziel muss nun Platz zwei in der Gruppe A sein, in diesem Fall ginge es in der Qualifikationsrunde für das Viertelfinale gegen den Dritten der Staffel B. Doch das dürfte schwierig werden, auch die weiteren Vorrundengegner Japan und Mali sind nicht zu unterschätzen.

"Der Ball läuft nicht"

Eine gute Nachricht gab es vor Spielbeginn. Sabally vom WNBA-Klub Toronto Tempo, die wegen Wadenproblemen seit ihrem bislang letzten Einsatz am 13. August hatte pausieren müssen, stand nur zwei Tage nach ihrer Rückkehr ins Teamtraining zur Verfügung - gehörte aber nicht zur Startformation.

Lange bot mit Fiebich (New York Liberty), Luisa Geiselsöder und Bühner (beide Portland Fire) drei WNBA-Profis auf, doch das deutsche Team hatte von Beginn an Probleme mit der aggressiven spanischen Defense - und der treffsicheren Offense. Sechs der sieben ersten Dreierwürfe des Gegners waren drin, nach einem 3:12-Negativlauf stand es 10:24 (7.). 

Der Rückstand wuchs kontinuierlich an, weil die Spanierinnen um die starke Maria Conde kaum zu stoppen waren und die deutsche Mannschaft lausig traf. Bis zur Pause war nicht einmal jeder vierte Wurf aus dem Feld erfolgreich. Zum Vergleich: Spanien traf gut 60 Prozent. "Der Ball läuft nicht. Spanien nimmt Deutschland alles weg", sagte Marlies Askamp, erste deutsche WNBA-Spielerin, in der Pause. "Die Kulisse lähmt anscheinend ein bisschen."

Für das deutsche Team, dem Starspielerin Satou Sabally (New York) bei der WM wegen der Folgen einer Gehirnerschütterung fehlt, ging es im zweiten Durchgang nur noch um Schadensbegrenzung. Dass es für den Weltranglistenelften im 28. Duell mit Spanien die 24. Niederlage setzen würde, stand früh fest. Im ersten Einsatz bei der zweiten WM-Teilnahme einer Mannschaft aus der Bundesrepublik nach 1998 lief es nach der Rückkehr aus der Kabine nicht besser. Vor dem Schlussviertel standen 39 Punkte (!) auf dem Scoreboard, Spanien war längst uneinholbar enteilt.

Als beste Werferin der DBB-Auswahl, die von einer Medaille träumt, kam Fiebich auf 13 Punkte. "Man will enttäuscht sein, darf man aber nicht", so Fiebich. Weiter geht es schon am Samstag (18 Uhr) gegen Japan, das Mali im ersten Turnierspiel mit Mühe bezwang (102:97). Ein Sieg ist Pflicht. Das Duell mit dem Team aus Westafrika findet am Montag (17.50 Uhr/beide ProSieben MAXX, MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) statt. 

Verwendete Quellen: ntv.de, ses/sid