Dänen-Erfolgstrainer Bo Johansson ist tot
Der frühere dänische Fußball-Nationaltrainer Bo Johansson ist tot. Der Schwede mit dem Spitznamen "Bosse" starb im Alter von 83 Jahren, wie der Sender TV2 unter Berufung auf Johanssons Familie berichtete. Er hatte die Dänen von 1996 bis 2000 trainiert und zur WM 1998 in Frankreich und zur EM 2000 in den Niederlanden und Belgien geführt. Das Aus im Viertelfinale 1998 gegen Brasilien ist bis heute das beste WM-Resultat der Dänen.
Johansson sei "weit mehr als nur ein kompetenter Fußballtrainer" gewesen, sagte der Fußballdirektor des dänischen Verbandes DBU, Peter Møller, der selbst unter dem Schweden gespielt hatte, zu TV2. "Er war ein herzlicher, sympathischer und anständiger Mensch, der durch seine positive Lebenseinstellung, seinen Humor und seine tiefe Menschlichkeit den dänischen Fußball auf ganz besondere Weise geprägt hat." Der ehemalige Coach "besaß die besondere Gabe, uns Spielern den Glauben an uns selbst und aneinander zu vermitteln". Auf Vereinsebene betreute Johansson mehrere Teams in seinem Heimatland, Norwegen, Finnland, Dänemark und Griechenland. Bis Ende 2010 stand der frühere Profi an der Seitenlinie, zuletzt als Co-Trainer des kleinen schwedischen Vereins Åtvidabergs FF.
90 Jahre Haft: Nacktaufnahmen von Minderjährigen bringen Trainer in Knast
Wegen heimlicher Nacktaufnahmen von minderjährigen Turnerinnen ist ein ehemaliger Nachwuchstrainer in den USA zu 90 Jahren Haft verurteilt worden. Eine Bundesrichterin verhängte gegen Sean Gardner die Höchststrafe von jeweils 30 Jahren für drei Anklagepunkte wegen der Erstellung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Der 39-Jährige bekannte sich schuldig. Zwischen Dezember 2017 und April 2018 hatte er in einem Turnzentrum im US-Bundesstaat Mississippi eine versteckte Kamera in einer Toilette installiert und hatte nach Angaben der Ermittler mindestens zehn Minderjährige nackt oder beim Entkleiden gefilmt. Die Aufnahmen wurden erst Jahre später auf seinen Computern gefunden, als Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen Gardner in Iowa im Raum standen.

In diesem Bundesstaat hatte der Verurteilte an einer renommierten Nachwuchsakademie gearbeitet. Dort sollen die Verantwortlichen von den Vorwürfen gewusst, jedoch zunächst nichts unternommen haben, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur AP. Der Fall warf erneut die Frage auf, ob die Verbände in den USA genug tun, um Sportlerinnen vor sexuellem Missbrauch durch einflussreiche Trainer zu schützen. Denn ehemalige Turnerinnen warfen Gardner zudem vor, seine Stellung als Trainer ausgenutzt zu haben. In diesem Zusammenhang ist er bislang nicht angeklagt. Mehrere Zivilklagen gegen Gardner, den US-Turnverband USA Gymnastics und Gardners damaligen Arbeitgeber sind noch anhängig.
Tor, Tor, Tor: Rekord in der Champions League
Neun Tore in Linz, sieben in Mailand und Rom, sechs in Manchester: Am zweiten Spieltag der Champions League fielen so viele Treffer wie noch nie, insgesamt waren es 78 in 18 Spielen (Schnitt: 4,33). Damit wurde der bisherige Rekord von 71 Treffern am dritten Spieltag der Saison 2025/26 klar überboten. Seit Einführung der Ligaphase zur Saison 2024/25 wurde der Torrekord mehrfach gebrochen. Die Bestmarke aus den Zeiten der alten Gruppenphase liegt bei 63 Toren in 16 Spielen (Schnitt: 3,93) am ersten Spieltag der Saison 2000/01.
In den ersten beiden Runden der aktuellen Saison gab es insgesamt 147 Tore in 36 Spielen. Der Schnitt von 4,08 Treffern pro Partie ist der höchste der Turniergeschichte.
"Traumatisierter" Guardiola sieht Man City untergehen
Pep Guardiola blickte unter seiner Schiebermütze ungläubig, ja teils schockiert auf das, was da mit seinem früheren Team in der Champions League passierte. Manchester City wurde von Titelverteidiger Paris Saint-Germain am zweiten Spieltag der Ligaphase beim 2:4 (0:3) streckenweise vorgeführt, der "Guardian" sprach von einem "gebieterischen" Auftritt von PSG, die "Sun" witzelte von einem "traumatisierten" Star-Trainer Guardiola beim Spiel unter dem Motto "Ex and the City".
Für Manchester endete im ersten Champions-League-Spiel seit dem Schuldspruch im beispiellosen Finanzskandal damit eine lange Siegesserie: Die vergangenen acht Spiele hatte das Team gewonnen. "Wir können aus diesem Abend viel lernen", sagte Guardiolas Nachfolger Enzo Maresca: "Selbst wenn wir gegen die beste Mannschaft Europas zwei Gegentore innerhalb von zwei Minuten kassieren, müssen wir weitermachen. Ich versuche, weiterhin von den Spielern zu lernen, schließlich bin ich erst vor drei Monaten dazugestoßen, aber das Gefühl ist im Moment sehr gut."
Marco Reus trifft - und muss trotzdem bangen
Fußball-Superstar Lionel Messi hat mit Inter Miami in der Major League Soccer das erste Zwischenziel erreicht. Der Argentinier steht mit seinem Klub nach dem 2:0 (2:0) gegen den New York City FC fünf Spieltage vor Ende der regulären Saison sicher in den Playoffs der nordamerikanischen Topliga. Messi bereitete den Endstand durch seinen Landsmann und langjährigen Nationalmannschaftskollegen Rodrigo De Paul (45.+5) vor. In der Eastern Conference festigte Meister Miami damit den zweiten Platz.

Ohne den zuletzt am Oberschenkel verletzten Thomas Müller blieben die Vancouver Whitecaps im vierten Ligaspiel in Folge ohne Sieg. Die Kanadier verteidigten aber erfolgreich ihre knappe Tabellenführung in der Western Conference durch das 0:0 beim Verfolger St. Louis City. Der frühere Nationalspieler Marco Reus muss mit Los Angeles Galaxy, Meister der vorletzten Saison, noch um den Einzug in die Endrunde bangen. Durch das 2:0 (1:0) gegen die Portland Timbers, bei dem der 37-Jährige mit seinem achten Saisontor zur Führung traf (17.), verbesserte sich Galaxy im Westen auf Rang neun.
Ausraster bringt lange Sperre, jetzt schimpft Vini Jr. deswegen
Auf den Ausraster folgt die Aufregung: Real Madrids Stürmerstar Vinicius Junior hat nach seiner Vier-Spiele-Sperre für die spanische Liga kritisiert, dass er davon erst unmittelbar vor dem Champions-League-Spiel bei der AS Rom erfahren hat. Wegen der Sanktion verpasst Vinicius Junior unter anderem den Clásico beim FC Barcelona am 25. Oktober. "Ich glaube, das Urteil kam zu einem schlechten Zeitpunkt. Sie haben den ganzen Tag Zeit dafür gehabt, und ich habe davon bei der Ankunft im Stadion gehört", sagte der 26 Jahre alte Brasilianer nach der Partie.
Auch Trainer José Mourinho monierte, der Zeitpunkt könne einen Einfluss haben. "Fragen Sie das Komitee, warum es das nicht am Morgen getan hat", sagte der Portugiese. Man dürfe nicht vergessen, dass Real ein spanischer Klub sei. "Halten Sie es für normal, dass ein Spieler einer spanischen Mannschaft, der sich auf ein wichtiges und für den spanischen Fußball entscheidendes Spiel vorbereitet, erst zwei Stunden vor Anpfiff von seiner Sperre erfährt?" Der einstige Weltfußballer des Jahres hatte den Platzverweis beim 1:0 von Real gegen den FC Villarreal in der spanischen Liga erhalten.
"Der beste Spieler": Van der Vaart legt bei Brandt 180-Grad-Wende ein
Nach den zuletzt guten Leistungen von Julian Brandt beim niederländischen Traditionsclub Ajax Amsterdam hat der frühere HSV-Profi Rafael van der Vaart seine Kritik abgemildert. "Der ist super. Der ist der beste Spieler von Ajax", sagte der 43-Jährige. Van der Vaart hatte vor einigen Wochen Kritik am 48-maligen deutschen Nationalspieler und ehemaligen Dortmunder geübt, der im Sommer in die Niederlande gewechselt war. Dort habe man gesagt, dass Ajax froh sein könne, dass Brandt dort spielt. Aber van der Vaart glaube auch, dass Brandt über das Engagement froh sein könne. "Er ist zwar eine gute Verstärkung, aber wir müssen nicht dankbar sein, dass er bei Ajax spielt. Wenn wir so tief gesunken sind... Brandt muss froh sein", wurde van der Vaart damals von der "Bild" nach Aussagen beim TV-Sender "NOS" zitiert.
Damals merkte van der Vaart zwar an, dass Brandt ein guter Spieler sei, aber sagte auch, dass Brandt "schon ein bisschen ein Schönwetter-Fußballer" sei. "Ich glaube schon. Aber ich war auch ein Schönwetter-Fußballer", sagte van der Vaart nun. Wenn es kalt geworden wäre, sei es schon ein bisschen schwieriger gewesen, sagte er mit einem Schmunzeln. "Das war eigentlich ein Kompliment, aber nichts Negatives. Der macht das überragend", lobte van der Vaart. Der gebürtige Bremer Brandt kam bislang in jeder Ligapartie zum Einsatz.
BVB-Pleite hinterlässt Kovac selbstkritisch: "Lief nicht so gut"
BVB-Coach Niko Kovac hat eingeräumt, dass seine Fünffach-Rotation in der Champions League beim norwegischen Vizemeister FK Bodö/Glimt mitentscheidend für die erste Saisonniederlage war. Beim 0:1 (0:0) im Norden Norwegens war Borussia Dortmund erst nach einem Vierfach-Wechsel Kovacs nach einer Stunde Spielzeit in Schwung gekommen. "Ich habe die Mannschaft aufgestellt, lief nicht so gut", sagte der BVB-Trainer, der am Tag vor dem Spiel seinen Vertrag bis 2029 verlängert hatte, bei DAZN.
In Serhou Guirassy, Julian Ryerson, Felix Nmecha und Ethan Nwaneri hatte Kovac vier Stammkräfte erst spät gebracht. Fábio Silva, Samuele Inacio, Joey Veerman und Konstantinos Karetsas hatten zuvor enttäuscht. "Wir haben in der ersten Halbzeit die Leidenschaft und die Intensität vermissen lassen, auch den Fußball nicht gespielt, den wir brauchten", kritisierte Kovac. "Wir haben bis zum Rückstand überhaupt nicht stattgefunden." Frederik Sjövold hatte für den norwegischen Vizemeister kurz nach der Pause (52. Minute) entscheidend getroffen. Danach wechselte Kovac. Mit Blick auf die enttäuschenden neuen Spieler in der Startelf fand er ebenfalls klare Worte: "Jeder Einzelne im Kader hat die Möglichkeit zu spielen, auch die Qualität. Das hat heute nicht geklappt. Das muss ich ganz klar sagen."


