Deutschlands nächster NHL-Star?

Dieser Eishockey-Teenie mischt gerade die DEL auf

imageVon Marko Aleksic
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Max Calce ist als jüngster Torschütze der DEL-Geschichte derzeit das wohl aufregendste Nachwuchstalent im deutschen Eishockey. (Foto: IMAGO/Eibner)
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25.09.2026 | 18:03 Uhr
Mit erst 17 Jahren sorgt Adler-Stürmer Max Calce in der DEL für Furore. Sogar NHL-Scouts haben das Sturmjuwel für den kommenden Draft bereits im Blick. Ist der Weg in die beste Liga der Welt schon geebnet?

Der 17-jährige Max Calce mischt die Deutsche Eishockey Liga (DEL) derzeit mächtig auf und steht auch bei diversen NHL-Scouts für den kommenden Draft Ende Juni 2027 bereits auf dem Zettel. Der NHL-Draft ist das jährliche Auswahlverfahren, bei dem sich die 32 Franchises der nordamerikanischen Liga die Rechte an den weltweit besten Talenten sichern können.

Das Sturmjuwel der Adler Mannheim kommt in den ersten drei DEL-Partien auf drei Tore und eine Vorlage. Wie groß das Interesse ist, zeigte sich zuletzt in Nürnberg. Bei der 3:5-Auswärtsniederlage der Adler wurde Calce von Ex-NHL-Verteidiger Milan Jurcina unter die Lupe genommen. Jurcina arbeitet inzwischen als Scout für die Boston Bruins. Vor den Augen des ehemaligen slowakischen Nationalspielers setzte Calce ein deutliches Ausrufezeichen und erzielte gleich zwei Treffer. Für einen Spieler seines Alters sind solche Auftritte auf der großen DEL-Bühne bemerkenswert und dürften seinen Namen auch auf den Scouting-Listen weiter nach oben gebracht haben.

Ein Tor für die Geschichtsbücher

Dabei ist der Weg des Teenagers bis hierhin bereits außergewöhnlich. In der vergangenen Saison schrieb Calce DEL-Geschichte und wurde mit gerade einmal 16 Jahren, drei Monaten und acht Tagen zum jüngsten Torschützen der Liga-Historie. Ausgerechnet gegen den Rekordmeister Eisbären Berlin gelang ihm dieser besondere Moment. Calce luchste dem damaligen Kapitän der Hauptstädter, Jonas Müller, den Puck ab, startete einen Alleingang aus dem eigenen Drittel und vollendete diesen anschließend frech im gegnerischen Tor. Schon damals war zu erkennen, dass der junge Angreifer nicht davor zurückschreckt, Verantwortung zu übernehmen. Mit seinem Tempo, seiner Technik und seinem Torinstinkt bringt Calce Fähigkeiten mit, die im modernen Eishockey besonders gefragt sind. Hinzu kommt ein gesundes Selbstvertrauen, das ihm offenbar dabei hilft, sich auch gegen deutlich erfahrenere Gegenspieler durchzusetzen.

Eine weitere Besonderheit ist der Name auf seinem Trikot. In der vergangenen Saison lief Calce noch unter dem Namen Max Penkin auf. Nach seiner Vertragsverlängerung im Sommer trägt der Stürmer nun den Nachnamen seiner Mutter. Damit ist er zugleich Teil einer Eishockeyfamilie, die in Mannheim bestens vernetzt ist. Sein Stiefvater, der Deutsch-Kanadier Luigi Calce, arbeitet als Headcoach der Jungadler Mannheim U20. Auch sein Stiefbruder Luigi Calce Junior ist im Profibereich aktiv und läuft in der DEL2 für die Starbulls Rosenheim auf. Sein Bruder Danny spielt für die U17 der Mannheimer. Eishockey ist bei Calce also nicht nur Beruf, sondern gewissermaßen Familienangelegenheit.

Deutsche Verbindung nach Boston

Während sich Calce in Deutschland gerade auf der DEL-Bühne etabliert, richtet sich der Blick bereits auf den NHL-Draft 2027. Nach ersten Einschätzungen wird der kanadische Verteidiger Landon DuPont in den frühen Prognosen als unangefochtene Nummer eins seines Jahrgangs gehandelt. Auch DuPont hat eine Verbindung nach Deutschland: Sein Vater Micki DuPont spielte insgesamt sieben Spielzeiten für die Eisbären Berlin in der DEL. Dort lernte auch Sohn Landon im Nachwuchs das Schlittschuhlaufen. Zuletzt sorgte er in der Western Hockey League (WHL) für Aufsehen. In der vergangenen Saison verbuchte der Offensivverteidiger 73 Punkte in 63 Spielen und unterstrich damit seine Qualitäten. Entsprechend hoch wird er für den Draft Ende Juni 2027 gehandelt. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Das gilt auch für den Mannheimer, der noch genügend Zeit hat, sich weiterzuentwickeln und sich in der DEL dauerhaft zu etablieren. Die ersten Auftritte in dieser Saison sind allerdings bereits vielversprechend. Ein Erstrundenpick und damit ein stattliches Einstiegsgehalt in der NHL erscheinen für den deutschen Angreifer zumindest als mögliche Perspektive. Sollte sich seine Entwicklung in diesem Tempo fortsetzen, könnte Calce 2027 tatsächlich zu den deutschen Hoffnungsträgern des Draft-Jahrgangs gehören.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Blick nach Boston. Die Bruins haben Calce durch ihren Scout Milan Jurcina bereits vor Ort beobachten lassen. Zudem würde ein Wechsel zu den Bruins eine besondere Konstellation ermöglichen: Mit Marco Sturm steht dort ein deutscher Headcoach hinter der Bande, mit J.J. Peterka und Lukas Reichel spielen schon zwei weitere deutsche Spieler für die Bruins. Für einen jungen deutschen Spieler könnte das ein gutes Umfeld sein, sich an das Tempo und die Härte in der NHL zu gewöhnen. Zunächst muss sich Calce aber weiter beweisen. Als nächstes geht es für die Adler gegen Aufsteiger Krefeld (Freitag, 19.30 Uhr/Live Magenta Sport).

Die ersten drei DEL-Spiele dieser Saison haben jedenfalls schon einmal gezeigt, dass der 17-Jährige bereit ist, auf sich aufmerksam zu machen. Drei Tore und eine Vorlage sind für einen Spieler seines Alters eine bemerkenswerte Ausbeute. Die NHL startet in der Nacht vom 29. auf den 30. September in die reguläre Saison, noch ohne Calce. 2027 könnte das anders aussehen.

Verwendete Quelle: ntv.de