Ralf Schumacher rechnet damit, dass Max Verstappen sein langjähriges Team Red Bull trotz laufenden Vertrags bis 2028 vorzeitig verlässt. "Ich glaube, Max Verstappen wird Red Bull verlassen, beide Seiten sind auch mittlerweile so weit, dass es nicht mehr weh tut", sagte der langjährige Formel-1-Pilot im Podcast "Backstage Boxengasse". Der viermalige Weltmeister habe offenbar "den Glauben an das Team verloren", so der Sky-Experte. "Aus meiner Sicht wird er sich jetzt mit McLaren hinsetzen."
Über einen Wechsel Verstappens zum britischen Traditionsrennstall wird seit Wochen intensiv spekuliert. Das Portal "PlanetF1" berichtete zuletzt unter Berufung auf mehrere Quellen gar, der 28-Jährige befände sich mit McLaren schon in der "Endphase langwieriger Verhandlungen". McLaren-Boss Zak Brown betont indes gebetsmühlenartig, mit seinem Fahrerduo Lando Norris (Vertrag bis Ende 2027) und Oscar Piastri (Vertrag bis Ende 2028) zufrieden zu sein und mit beiden zu planen - was allerdings nicht viel heißen muss. Sollte Verstappen tatsächlich auf dem Markt sein, dürfte McLaren alle Hebel in Bewegung setzen, um ihn zu bekommen. Als weiterer Interessent gilt seit geraumer Zeit Mercedes.
Verstappens Exit-Option bald wirksam
Verstappen fährt seit 2015 in der Formel 1 für das Brauseunternehmen, zunächst im Juniorteam Toro Rosso, seit 2016 im A-Team Red Bull Racing, mit dem er 71 Grands Prix gewann. Mit den Bullen holte er von 2021 bis 2024 viermal in Serie die Fahrer-WM. Zurzeit belegt Verstappen im Tableau nur den siebten Platz, hat nach elf GP-Wochenenden schon 103 Punkte Rückstand auf Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli.
Verstappen steht bei Red Bull noch bis Ende 2028 unter Vertrag, kann den Rennstall aber offenbar dank einer Klausel vorzeitig verlassen. Die Exit-Option kann der Niederländer laut Medienberichten ziehen, wenn er zur Sommerpause nicht unter den ersten Zwei der WM-Wertung liegt, wofür derzeit nichts spricht. Damit könnte Verstappen schon zur Saison 2027 das Team wechseln.
Verstappen hat in dieser Saison aus seinem Frust über die sportliche Lage Red Bulls keinen Hehl gemacht - so auch nicht beim zurückliegenden Rennen in Silverstone. Im Home of British Motor Racing war der Holländer vier Runden vor Schluss auf Podestkurs liegend wegen eines Fehlers am Heckflügel ins Kiesbett gerauscht und ausgeschieden. "Schmerzvoll, frustrierend", fand Verstappen die Fahrten in seinem Auto. "Ich freue mich darauf, nach Hause zu kommen und nicht über die Formel 1 nachzudenken."

