Eineinhalb Monate nach einem Raubüberfall auf den viermaligen Formel-1-Weltmeister Alain Prost und seine Familie hat die französische Justiz fünf Tatverdächtige festgenommen. Gegen die mutmaßlichen Täter im Alter von 16, 17, 21 und 22 Jahren werde wegen bewaffneten Raubs, Freiheitsberaubung und Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft in Pontoise bei Paris mit. Die drei erwachsenen Verdächtigen kamen in Untersuchungshaft, die beiden Minderjährigen wurden unter Justizaufsicht gestellt.
Der 71-jährige Franzose war bei dem Überfall in seiner am Genfer See in der Schweiz gelegenen Wohnung leicht am Kopf verletzt worden. Die bewaffneten Täter hätten unter Anwendung von Gewalt die Öffnung eines Tresors erzwungen, Luxusuhren entwendet und seien danach nach Frankreich geflohen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Da Spuren auf die Tatverdächtigen aus dem Großraum Paris wiesen, schalteten die Schweizer Behörden die französischen Fahnder der Kriminalpolizei Versailles ein. Diese nahmen die Verdächtigen Anfang Juli fest. Ihnen drohen im Fall einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft.
Prost gewann 1985, 1986, 1989 und 1993 den WM-Titel in der Motorsport-Königsklasse. Zudem erlangte das Stallduell des Franzosen seinerzeit bei McLaren mit der brasilianischen Formel-1-Ikone Ayrton Senna Legendenstatus. 1988 hatte Senna das bessere Ende für sich, ein Jahr später Prost. Zur Saison 1990 flüchtete der Franzose zu Konkurrent Ferrari. Sein Traum, mit dem italienischen Team aus Maranello Weltmeister zu werden, erfüllte sich nicht - Senna und McLaren waren stärker. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Prost unter anderem als Teamchef seines eigenen Rennstalls. Von 2017 bis Anfang 2022 war Prost als Berater für das französische Alpine-Team tätig.

