Der in Malaysia ausgetragene "Große Preis von Bahrain" geriet für die Formel 1 zu einem Image-Fiasko. Erstmals regnete es in dieser Saison, weil daraufhin die Software der Boliden zickte, stotterten die Motoren: Max Verstappen, Lewis Hamilton und Co. tuckerten mit Tempo 30 über die Strecke in Sepang. Ein Armutszeugnis, findet der langjährige Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. "Dass ein Highend-Produkt wie die Formel 1 durch ein Software-Problem gestoppt wird, ist schon beschämend", spottete der Österreicher im Interview mit "OE24.at". Marko hofft, dass die "Blamage" bei den Machern der Rennserie zu einem Umdenken führt. "Die Rückkehr zum V8-Motor mit Turbo 2030 ist so weit ich weiß beschlossene Sache."
Die Formel 1 hatte zur Saison 2026 ein neues Motorenreglement eingeführt. Der klassische Verbrenner liefert nur noch die Hälfte der Motoren-Power, die andere Hälfte, rund 350 kW, kommt vom Elektromotor. Die Fahrer sind seither zum Energie-Management gezwungen, müssen stellenweise vom Gas gehen, um ihre Batterie auf einer schnellen Runde ausreichend zu laden. Viele Piloten - allen voran der viermalige Weltmeister Max Verstappen - kritisieren die neue Fahrzeug-Generation scharf. Für die kommende Saison hat die Formel 1 die Leistungs-Ratio bereits abgeschwächt: 2027 beträgt der Anteil des Verbrenners 58, der des Elektromotors 42 Prozent.
Medienberichten zufolge haben sich der Automobil-Weltverband FIA und die Hersteller grundsätzlich geeinigt, ab 2030 V8-Motoren mit Turbo zu benutzen. Allerdings ist ein kleinerer Turbolader vorgesehen. Die Aggregate sollen weiterhin Hybrid-Motoren sein, die elektrische Leistung aber nur noch rund 100 kW betragen.
Marko schießt gegen Horner
In dem Interview reagierte Marko auch auf Auszüge der Autobiographie "Drive" des früheren Red-Bull-Teamchefs Christian Horner, die am 22. Oktober erscheint. Darin behauptet Horner, Marko hätte in seiner Funktion als Red-Bull-Chefberater den jungen Max Verstappen nicht im Team haben wollen. "Ich ignoriere das so weit wie möglich. Ralf Schumacher hat da sehr gut reagiert", sagte der 83-Jährige.
Schumacher hatte Horners Version im Sky-Podcast "Backstage Boxengasse" als "absolut erlogen" bezeichnet. "Marko hat Max im zarten Alter von elfeinhalb Jahren angesprochen", so Schumacher: "Damals sagte Jos (Verstappens Vater, Anm.d.Red.), dass es ihm noch zu früh sei. Daraufhin war der Doktor, wie man ihn kennt, ein bisschen eingeschnappt und meinte: 'Okay, wenn du nicht willst, dann eben nicht.'"

"Peinlich": Schumacher watscht Horner ab
Marko und Horner bildeten bei Red Bull viele Jahre eine Doppelspitze. In der Saison 2025 kam es zum Streit und einem internen Machtkampf. Zwischenzeitlich verhinderte Verstappen eine Suspendierung Markos und knüpfte seinen Verbleib an der Zukunft seines Ziehvaters im Rennstall. Horner musste im Sommer 2025 seinen Hut nehmen, Marko hörte am Saisonende nach Verstappens WM-Titel auf.
Marko wies Horner die Rolle als Verstappen-Zweifler zu. "Ich habe Max in die Formel 1 geholt und musste mich beim ersten Rennen für Red Bull in Barcelona gegen Horner durchsetzen. Der meinte, Max wäre zu jung, zu unerfahren." Verstappen begann seine Formel-1-Karriere 2015 mit nur 17 Jahren beim damaligen Red-Bull-Juniorteam Toro Rosso. Ein Jahr später stieg er zu Red Bull auf, wo er den Russen Daniil Kvyat ablöste. Der Holländer gewann beim Spanien-GP 2016 direkt sein erstes Rennen für Red Bull - bis heute ist er der jüngste Grand-Prix-Sieger der F1-Geschichte.

