"So ein schöner Moment"

DFB-Star hält rührendes Papa-Plädoyer

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22.06.2026 | 22:29 Uhr
Jérémy Doku bekommt Ärger, weil er den belgischen WM-Tross für die Geburt seines ersten Kindes verlässt. Der deutsche Nationalspieler Nadiem Amiri findet klare Worte in der Angelegenheit.

Nadiem Amiri schenkt Fußball-Deutschland im zweiten WM-Vorrundenspiel gegen die Elfenbeinküste die Flanke, die Super-Joker Deniz Undav zum 1:1 veredelt, kurz vor Schluss schießt Undav das DFB-Team sogar noch zum Sieg. Die Laune ist prächtig bei Amiri, der von Mainz 05 aus auf den WM-Zug aufsprang und nun auf der Pressekonferenz Auskunft zur Situation im deutschen Lager geben muss.

Ständig steht dem Mittelfeldspieler ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen. Doch gegen Ende der Runde wird der Nationalspieler, mit dessen Wechsel im Gespann mit Undav ein Ruck durchs deutsche Spiel gegangen war, ernst. Es geht um die Kritik am belgischen Nationalspieler Jérémy Doku, der zur Geburt seines ersten Kindes zurück nach London geflogen ist.

Er habe "gar kein Verständnis dafür, dass er kritisiert wird", sagt der zweifache Vater am Montag im DFB-Quartier: "Alle Väter wissen, was das für ein besonderer Moment ist. Für die Geburt seines ersten Kindes muss er dahin gehen." Ausgangspunkt der Debatte waren die Aussagen der Journalistin France Pierron. Die 44-Jährige hatte am Freitag mit ihren Äußerungen für Empörung bei den Zuschauern gesorgt, nachdem sie Doku für die Entscheidung, die Geburt seines Kindes der Weltmeisterschaft vorzuziehen, kritisiert hatte.

"Gibt ein Leben neben dem Fußball"

"Eine Geburt ist ein widerlicher Moment, in dem der Vater nutzlos ist, er hat nur eine Statistenrolle", sagte Pierron: "Du hast die Chance, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Es gibt Hunderte Fußballspieler, die alles geben würden, um in dieser Position zu sein." Die französische Zeitung "L'Équipe" distanzierte sich scharf von den Worten ihrer Mitarbeiterin: Man entschuldige sich "bei dem betroffenen Fußballspieler und darüber hinaus bei seinem gesamten Publikum", verkündete das Blatt.

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Amiri, dessen Sohn im Nominierungsvideo des DFB verkündet, dass er den "Papa über alles liebt", ordnete die Situation Dokus unmissverständlich ein: "Es gibt auch ein Leben neben dem Fußball und in einem so schweren - einem so schönen, aber erstmal schwierigen Moment braucht ihn auch seine Frau. Eine Geburt ist etwas sehr Intensives, ich habe es zweimal bei meiner Frau miterlebt. Ich habe vollstes Verständnis, dass er bei der Geburt dabei ist."

Die gute Nachricht: Inzwischen sind Doku und seine Lebensgefährtin Shireen Eltern geworden. "Herzlichen Glückwunsch an Jérémy Doku und seine Familie zur Geburt ihres ersten Sohnes Praise", schrieb das belgische Nationalteam auf Instagram. Der 24-Jährige sei "mit Zustimmung und in Begleitung" eines Teamarztes nach London gereist, "um bei diesem besonderen Anlass an der Seite seiner Frau zu sein". Schon am Dienstag wird er wieder bei seinem Team in den Vereinigten Staaten zurückerwartet. Ob sich Doku mit Belgien für die K.-o.-Runde qualifiziert, entscheidet sich für die aktuell Gruppendritten am kommenden Samstag gegen Neuseeland in Vancouver.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter