Doch ein Finale?

FIFA verpasst dem Spiel um Platz drei einen neuen Namen

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Wird es auch im Bronze-Finale geben: Einwürfe. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)
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17.07.2026 | 20:45 Uhr
Die Partie, die niemand will - und die trotzdem gespielt werden muss. Wenn Frankreich und England am Samstag bei der Fußball-Weltmeisterschaft aufeinandertreffen, heißt das nicht Spiel um Platz drei, sondern viel klangvoller.

Niemand will dorthin und trotzdem muss es gespielt werden: Bei einer Fußball-Weltmeisterschaft führt das Spiel um Platz drei selten zu großen Begeisterungsstürmen. Denn definitionsgemäß bedeutet das, dass die beiden Mannschaften ihre Halbfinals verloren haben. In Miami treffen 2026 England und Frankreich (23 Uhr MESZ/MagentaTV und im Liveticker bei ntv.de) aufeinander, die jeweils gegen Spanien (deutlich) und Argentinien (tragisch) ausgeschieden sind.

Doch die FIFA wäre nicht die FIFA, wenn sie nicht versuchen würde, auch einer sportlich nahezu irrelevanten Partie noch einen neuen Charme zu verpassen. Und so heißt es in der offiziellen Turnierübersicht des Weltverbands, dass der 103. und vorletzte Super Bowl (so nannte FIFA-Boss Giani Infantino die Spiele) dieser größten Weltmeisterschaft aller Zeiten nicht nur einfach "Spiel um Platz drei" heißt, sondern einen neuen Namen bekommt: das Bronze-Finale.

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Der offizielle FIFA-Turnierbaum: Match Nr. 103 ist dort als Bronze-Finale vermerkt. (Foto: Screenshot FIFA)

Ein neuer Name wird wohl aber nicht ausreichen, um die Akteure auf dem Platz noch einmal in der Schwüle von Miami zu Höchstleistungen zu motivieren. Vielleicht tut es eher der finanzielle Aspekt: Der WM-Dritte erhält immerhin ein um etwa 1,75 Millionen Euro höheres Preisgeld als der Vierte. Das ist auch für wohlhabende Verbände wie die von Frankreich und England nicht wenig Geld.

Keiner will dorthin

Und auch sonst geht es ja noch um etwas. Bei Frankreich verabschiedet sich Nationaltrainer Didier Deschamps. "Es ist das Schönste, was mir passiert ist", sagte er im Vorfeld, der nicht nur Trainer, sondern auch zeitweise Rekordspieler Frankreichs war. "Es hat 25 Jahre meines Lebens eingenommen, und das prägt einen. Es bleiben unvergessliche Erinnerungen", sagte der 57-Jährige rückblickend auf seine Verbandskarriere.

Die Franzosen führte er in zwei WM-Finals, holte in Russland 2018 sogar den Titel. "Ich weiß, dass morgen der Vorhang fällt. Hier wird niemand weinen, aber die französische Nationalmannschaft wird mir fehlen", sagte Deschamps wehmütig: "Ich hatte das Privileg, 14 Jahre lang magische, aber auch schwierige Momente zu erleben."

Und auf der anderen Seite steht Thomas Tuchel, der sich mit seinen Engländern mit erhobenem Kopf aus dem Turnier verabschieden will. Für das späte 1:2-Aus gegen Argentinien und Lionel Messi bezog der Deutsche viel Prügel auf der Insel. Dort warf man ihm vor, nach dem Führungstor zu früh auf eine Defensivtaktik umgestellt zu haben.

Jetzt darf er noch einmal ran. "Keiner unserer Spieler und keiner der französischen Spieler will dieses Spiel bestreiten", sagte Tuchel noch. Aus Stimmungsgründen wäre es vielleicht besser, wenn er trotzdem gewinnt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses