Es scheint, als habe sich FIFA-Boss Gianni Infantino mit seinem Plan, Anteile an der Fußball-WM zu verkaufen, heftig verzockt. Die UEFA verkündet geschlossen einen WM-Boykott, sollte der Deal nicht schnell vom Tisch genommen werden. Nord- und Mittelamerika ziehen nach. Mit Asien positioniert sich nun der dritte Kontinentalverband unmissverständlich - und liefert eine bemerkenswerte Anklage mit.
"Die Asiatische Fußballkonföderation (AFC) hat die Entwicklungen der letzten Tage im Zusammenhang mit der geplanten Gründung der "FIFA Forward Enterprise" (FFE) und die dadurch in der weltweiten Fußballgemeinschaft entstandene Unsicherheit mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen.
Die AFC solidarisiert sich mit der UEFA und der CONCACAF und äußert ernsthafte Bedenken hinsichtlich des Vorschlags der FIFA, private Investitionen in die wichtigsten FIFA-Wettbewerbe einzubringen, sowie hinsichtlich des Entscheidungsprozesses rund um die FFE. Die Tatsache, dass die Situation einen Punkt erreicht hat, an dem die reale Möglichkeit eines Boykotts der FIFA-Weltmeisterschaft in die öffentliche Debatte eingezogen ist, sollte jeden beunruhigen, dem die Zukunft unseres Sports am Herzen liegt. Der Fußball hätte niemals in eine solche Lage gebracht werden dürfen.
Vor diesem Hintergrund und angesichts der klaren Positionen der UEFA und der CONCACAF sowie der beispiellosen Spaltungen, die sich in der gesamten Fußballwelt gezeigt haben, ist die AFC der Ansicht, dass die vorgeschlagene FFE realistischerweise nicht den notwendigen breiten Konsens und die Einheit erreichen kann, die für weitere Schritte erforderlich sind. Die FIFA-Weltmeisterschaft ist der Höhepunkt des weltweiten Fußballs und bezieht ihre Stärke aus der Teilnahme aller Konföderationen und der weltweit führenden Fußballnationen. Jeder Vorschlag, der die Einheit und den universellen Charakter des Wettbewerbs zu untergraben droht, muss überdacht werden.

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Zwar dreht sich die aktuelle Debatte um die FFE, doch ist die AFC der Ansicht, dass diese Frage weit über einen einzelnen Vorschlag hinausgeht. Vielmehr hat sie grundlegende Schwächen in den Konsultations- und Entscheidungsprozessen der FIFA offenbart, die nun behoben werden müssen. Die AFC nimmt zwar die jüngste Klarstellung der FIFA zu dem Vorschlag zur Kenntnis, doch bleiben die zentralen Bedenken hinsichtlich der Governance, der institutionellen Abläufe und einer sinnvollen Konsultation weiterhin unbeantwortet.
Ein Vorschlag von solcher Tragweite, der das Potenzial hat, die kommerzielle, sportliche und strategische Zukunft des Weltfußballs zu beeinflussen, darf nicht im Rahmen von Prozessen entstehen, bei denen Konföderationen, Mitgliedsverbände (MAs) und sogar die eigenen Leitungsgremien der FIFA, einschließlich des FIFA-Rates, das Gefühl haben, an den Rand gedrängt zu werden. Das vorrangige Ziel für den Weltfußball muss es sein, sicherzustellen, dass Entscheidungen dieser Größenordnung im Rahmen von Prozessen getroffen werden, die auf Transparenz beruhen und das Vertrauen der Fußballgemeinschaft genießen.

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Dies ist nicht das erste Mal, dass wichtige Interessengruppen mit bedeutenden Initiativen konfrontiert werden, nachdem die Richtung offenbar bereits festgelegt wurde. Ein solcher Ansatz untergräbt das Vertrauen in die Führung der FIFA und schmälert die Autorität ihrer satzungsmäßigen Gremien. Kein nachträglicher Konsultationsprozess, wie gut er auch immer gemeint sein mag, kann die frühzeitige Einbindung der zuständigen FIFA-Gremien und der Fußballfamilie ersetzen.
Die AFC ist der Ansicht, dass dieser Moment als Impulsgeber für die Stärkung institutioneller Reformen dienen muss. Zwar muss jeder FIFA-Mitgliedsverband die Möglichkeit haben, Vorschläge, die die Zukunft des Weltfußballs betreffen, zu prüfen und darüber zu entscheiden, doch lässt sich echte Demokratie nicht allein an der Möglichkeit zur Stimmabgabe messen. Sie beginnt mit transparenter Führung, rechtzeitiger Konsultation, fundierter Beratung und echter Beteiligung während des gesamten Entscheidungsprozesses.
Dementsprechend fordert die AFC die FIFA auf, eine dringende Überprüfung ihres Führungs- und Entscheidungsrahmens vorzunehmen, um sicherzustellen, dass Vorschläge von globaler Bedeutung durch angemessene Konsultation, sinnvolle Einbindung und geeignete Kontrolle durch die satzungsmäßigen Gremien der FIFA erarbeitet werden.
Die FIFA-Weltmeisterschaft und der Fußballsport selbst gehören der gesamten globalen Fußballfamilie. Ihre Zukunft muss stets gemeinsam gestaltet werden – durch Institutionen, die die Stimmen aller Konföderationen und Mitgliedsverbände widerspiegeln."




