Wird's wieder gallig?

Geniale Rivalität: Tor-Monster Haaland trifft auf seine Nemesis

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Kopf-an-Kopf: Erling Haaland und Gabriel Magalhaes kennen sich bestens. (Foto: IMAGO/Sportimage)
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05.07.2026 | 12:29 Uhr
Das WM-Achtelfinale zwischen Brasilien und Norwegen verspricht viel Spannung. Auf Torjäger Erling Haaland wartet sein persönlicher Intimfeind, für den er aber viel Respekt hat.

Treffen sich ein Norweger und ein Brasilianer auf dem Rasen … Das ist nicht der Beginn eines Witzes, sondern der einer persönlichen Fehde, die den englischen Fußball seit rund zwei Jahren unterhält.

Denn wenn am Sonntagabend (22 Uhr/MagentaTV und ntv.de-Liveticker) in East Rutherford Norwegen und Brasilien im Achtelfinale aufeinandertreffen, dann schreiben auch Norwegens Super-Torschütze Erling Haaland und Brasiliens Exzellenz-Verteidiger Gabriel Magalhaes das nächste Kapitel in ihrem sportlichen Beef.

Los ging alles vor gut zwei Jahren. Beim Premier-League-Spiel zwischen Manchester City gegen den FC Arsenal gelingt Haalands Team der späte Ausgleich. Die Emotionen kochen hoch. Erling Haaland wirft vor Freude den Ball an den Hinterkopf von Gegenspieler Gabriel. Später richtet er noch eine Message an die Gunners und deren Trainer Mikel Arteta. "Bleib bescheiden" ("Stay humble"). Den Ballwurf bereue er nicht, sagt Haaland später lapidar.

Norweger eskalieren wieder beim ikonischen Jubel

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Das kommt bei Gabriel und Co. semigut an. Und wie das so ist im Fußball. Die nächste Chance zur Revanche kommt bestimmt. Wenige Monate später watscht Arsenal City 5:1 ab und Gabriel lässt es sich nicht nehmen, lautstark vor Haaland zu feiern und ins Gesicht zu brüllen. Die Fans nahmen das "Humble"-Zitat via Plakate auf, der Stadion-DJ legt nach der Partie ein entsprechendes Lied von Kendrick Lamar (Humble) auf. Der sitzt. 1:1 sozusagen.

Shirt entzwei gerissen

Auch beim jüngsten Ligaduell knallt es wieder zwischen beiden. Sinnbildlich dafür steht der harte Zweikampf zwischen Offensiv- und Defensiv-Star. Gabriel beackert Haaland derart, dass das Trikot reißt. Später stehen sie sich Stirn an Stirn gegenüber. Beide sehen Gelb. Testosteron-Überschuss.

Nach Arsenals Meistertitel postet Gabriel ein Video mit dem Lied "Good Feeling". Genau der Song, den Haaland nach dem letzten City-Sieg fröhlich in die Kamera geträllert hatte. Trolling auf Champions-League-Niveau.

Auf dem Rasen prallen die beiden Kolosse immer wieder aufeinander. Ein gefühlt 90-minütiger Dauer-Zweikampf. Physischer Fußball. Es ist der Versuchsaufbau: Ein Weltklasse-Verteidiger versucht einen Weltklasse-Stürmer mit allen Mitteln zu stoppen. Auch das ist Fußball. Nicht immer schön, aber intensiv.

Man kennt sich also. Bestens.

Ancelotti bleibt gelassen

Brasiliens Coach Carlo Ancelotti macht sich daher auch keine gesonderten Gedanken über einen "Anti-Haaland"-Plan. Dieser existiere ohnehin schon. "Ich muss meinen Spielen nicht sagen, wie sie verteidigen müssen. Sie haben schon oft gegeneinander gespielt", erklärt der routinierte Trainer.

Es ist erstaunlich. Auf dem Platz schenken sich die beiden absolut nichts. Es geht hart, manchmal überhart zur Sache. Provokationen sind an der Tagesordnung. Der Entertainment-Faktor ist hoch. Am Ende profitieren eigentlich alle.

Martinellis Lucky Punch bringt Brasilien ins Achtelfinale

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Außerhalb zollen sie sich aber Respekt. Auch daran kann man sich eigentlich ein Beispiel nehmen. "Ich genieße jedes Spiel, jeden Stürmer. Es ist mein Job, also kämpfe ich gern. Aber er ist ein Weltklassespieler und ich denke, er spielt natürlich auch gern gegen mich. Ich finde das schön. Wir genießen diese Momente ", sagte Gabriel dem "Telegraph“ schon im vergangenen März. Er attestiert Haaland, der härteste Gegenspieler zu sein, gegen den er je spielte.

Auch Haaland hat insgeheim Spaß daran gefunden, gegen Gabriel zu kicken. Es sei immer eine gute Herausforderung, gegen ihn zu spielen, sagte er vor dem WM-Duell. "Er ist ein Top-Spieler und ich denke, ihm gefällt es gegen mich zu spielen. Es macht Spaß. Wir genießen es."

Haaland gibt das Lob zurück

Der brasilianische Verteidiger sei ein toller Spieler. "Er hat eben erst die Premier League gewonnen. Also allen Respekt vor ihm", sagte er. Gleichzeitig hob er auch die Mannschaftskameraden aufs Podest.

"Aber man darf nicht vergessen, dass Marquinhos zwei Jahre in Folge die Champions League und Alisson jeden einzelnen Titel gewonnen hat - es liegt also nicht nur an ihm, sondern die ganze Mannschaft ist wirklich gut", sagte der Torjäger.

Auf die gesamte brasilianische Defensive kommt die Herkules-Aufgabe zu, den Haupt-Wikinger einzudämmen. Bisher traf Haaland in drei Partien fünf Mal, stocherte die Norweger im Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste entscheidend weiter.

Auch Gabriel spielt bisher eine grundsolide WM. Es wird wohl wieder hart zur Sache gehen am Sonntagabend, vielleicht auch knallen. Und am Ende werden sie sich trotzdem die Hand geben.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc