Fußball-WM

"Haben Bock" "Gierige" WM-Neulinge drängen in die DFB-Startelf

04.06.2026, 11:44 Uhr
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Der 18-jährige Lennart Karl trumpfte mit Torbeteiligungen gegen Finnland auf. (Foto: picture alliance / Laci Perenyi)

In zehn Tagen startet die Nationalmannschaft gegen Curacao in die Weltmeisterschaft. Für die Startelf drängen sich nach dem jüngsten Testspiel auch einige Neulinge auf. Manch etabliertem Nationalspieler droht die Bank.

Jugend oder Erfahrung? Julian Nagelsmann steht im Vorbereitungsendspurt noch vor einigen personellen Entscheidungen: Geht der Bundestrainer auch beim Kampf um Punkte all-in bei seinem Kurs mit Turnierneulingen wie dem Bayern-Duo Lennart Karl (18 Jahre alt) und Aleksandar Pavlovic (22) oder dem Frankfurter Topspeed-Newcomer Nathaniel Brown (22)?

Setzt er auch im Ernstfall auf der so wichtigen Doppel-Sechs im Mittelfeld auf Pavlovic auf den Dortmunder Felix Nmecha (25), der wie der junge Münchner vor der WM-Premiere steht? Und sitzen stattdessen gestandene und schon turniererfahrene Nationalspieler wie Leroy Sané (30), Leon Goretzka (31) oder auch David Raum (28) zum WM-Start auf der Ersatzbank?

Der Kapitän ermutigt den Bundestrainer jedenfalls vor der WM-Generalprobe am Samstag (ab 19.05 Uhr/RTL und ab 20.30 Uhr auf ntv.de im Liveticker) im Soldier Field von Chicago gegen die USA zum Risiko, zur Unbekümmertheit als Erfolgsfaktor. "Es ist für uns sehr, sehr wichtig, dass wir sehr viele junge Spieler auf dem Platz haben", sagt Joshua Kimmich, mit 31 Jahren einer der wenigen Erfahrenen in der sich abzeichnenden Startelf.

Neulinge können befreit aufspielen

"Die Jungen haben keinen Druck. Die müssen keine Verantwortung tragen. Die können ihr Spiel genießen. Genau das brauchen wir. Sie können wichtig sein", so Kimmich. Neben den Bayern-Kollegen Manuel Neuer (40) und Jonathan Tah (30) ist er einer von nur drei Ü30-Akteuren, die ihren Platz in Nagelsmanns WM-Wunschelf sicher haben.

Flügelstürmer Karl und Linksverteidiger Brown, die zuletzt beim 4:0 gegen Finnland beginnen durften und überzeugten, sind zusammen so alt wie Teamsenior Neuer. Das neue Mittelfeldpärchen Pavlovic/Nmecha steht ebenfalls vor den ersten WM-Einsätzen. Zudem wird meist vergessen, dass selbst die Offensiv-Zauberer Florian Wirtz und Jamal Musiala beide erst 23 Jahre alt sind.

Kurz vor dem WM-Startschuss gegen die Fußballer von der Karibik-Insel Curaçao zeichnet sich im DFB-Team im Vergleich zur WM-Qualifikation ein erstaunlicher Umbruch ab. Die Jungen machen Druck auf die Älteren, auf die Etablierten. Karl statt Sané, Brown kontra Raum, Nmecha statt Goretzka.

Nagelsmann belohnt "Straßenkicker"

"Wir Jungen sind gierig. Wir haben Bock zu zeigen, was wir drauf haben", sagte Pavlovic. Der gebürtige Münchner hat sich auch beim FC Bayern durchgesetzt gegen größere Namen. Einen Konflikt Alt gegen Jung sieht er nicht. "Die Alten unterstützen uns dabei. Wir haben ein gutes Miteinander."

Nagelsmann vertraut den Jungen. Die Startelf gegen Finnland war mit einem Durchschnittsalter von 26,29 Jahren die jüngste in seiner Amtszeit als Bundestrainer. Turnier-Veteran und Ex-Kapitän Neuer hat er auch deswegen zurückgeholt, um dem Kader wertvolle Turniererfahrung hinzuzufügen.

Nagelsmann belohnt "Straßenkicker" Karl oder Hochgeschwindigkeits-Verteidiger Brown für ihre rasante Entwicklung. Form und Potenzial stimmen ebenfalls. "Lenny ist ein Spielertypus, dem du die Freiheiten lassen musst. Er macht schon viel richtig", sagte Nagelsmann über Karl, der aber eben noch sehr jung ist. Der Teenager sei "am Start des Rennens" zum Topspieler.

Der 1,68 Meter große Linksfuß, der sich auf dem Platz "nichts scheißt", bringt spezielle Eigenschaften mit, ähnlich wie Brown. Mit 35,8 Stundenkilometern ist dieser der Topsprinter im deutschen WM-Kader. Das ist gerade auf Browns Position von elementarer Bedeutung. Brown sei defensiv sehr gut im Eins-gegen-eins gegen schnelle andere Spieler dank seines sehr guten Tempos, erläuterte Nagelsmann.

Auch er hat aufmerksam registriert, dass Brown in dieser Saison in der Champions League Barcelonas Jungstar Lamine Yamal im direkten Duell den Spaß am Dribbeln nahm. "Mein bisher bestes Spiel", sagte Brown dazu jetzt beim DFB-Team. Vielleicht folgen noch bessere von ihm, von Karl, von Pavlovic oder auch von Nmecha auf der größtmöglichen Fußball-Bühne in Amerika.

Quelle: ntv.de, Klaus Bergmann und Arne Richter, dpa

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