WM erneut verpasst

Infantino zieht über Italien her

Infantino-happy-to-see-Iran-at-the-World-Cup-despite-tensions-FIFA-President-Gianni-Infantino-attends-a-press-conference-PK-Pressekonferenz-on-the-eve-of-the-FIFA-World-Cup-WM-Weltmeisterschaft-Fussball-2026-opening-match-in-Mexico-City-Mexico-10-June-2026-The-FIFA-president-said-he-hopes-that-when-Iran-plays-there-will-be-a-positive-atmosphere-as-that-is-the-spirit-of-soccer
Infantino ist offenbar amüsiert darüber, den WM-Pokal nicht an Italien zu übergeben. (Foto: IMAGO/EPA)
00:00 / 03:12
13.06.2026 | 00:02 Uhr
Italien verpasst zum dritten Mal in Folge eine Fußball-Weltmeisterschaft. Das löst bei manchen Schadenfreude aus - auch bei FIFA-Boss Gianni Infantino. Der nimmt das Land, aus dem seine Eltern stammen, als Anlass für Werbung für ein noch gigantischeres Turnier.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Diskussion um eine erneute Vergrößerung der WM 2030 mit einem Seitenhieb an Italien kommentiert. "Vielleicht qualifiziert sich Italien bei 64 Teams. Oder wir könnten sogar auf 208 Mannschaften gehen", sagte Infantino gegenüber dem brasilianischen Digital-Sender CazeTV vor dem WM-Eröffnungsspiel.

Der viermalige Weltmeister Italien hatte sich weder für Russland 2018 noch für Katar 2022 qualifiziert und verpasst nun auch das Turnier in Nordamerika. Zuvor war die Mannschaft als amtierender Weltmeister von 2006 vier Jahre später bereits in der Gruppenphase ausgeschieden und auch 2014 war in der Gruppenphase Schluss.

Den italienischen Sportminister Andrea Abodi ließen die Äußerungen Infantinos, dessen Eltern aus Italien stammen, "perplex" zurück. "Angesichts der großen Distanz zwischen Italien und Mexiko spreche ich lieber telefonisch mit ihm, um das zu verstehen", sagte Abodi.

Infantino macht sich schon zuvor unbeliebt

Die Debatte um ein Turnier mit noch mehr Teilnehmern ist nicht neu. Unterstützt wird der Vorschlag unter anderem von Alejandro Domínguez, Präsident des südamerikanischen Fußballverbands (CONMEBOL). Er wirbt dafür, 64 Teams zuzulassen, um das hundertjährige Jubiläum der ersten Turnierauflage 1930 in Uruguay zu würdigen.

Weitere News

Hauptausrichter der WM 2030 sind Spanien, Portugal und Marokko. Ein Teil des Turniers wird jedoch auch in Paraguay, Uruguay und Argentinien ausgetragen. Man müsse zunächst sehen, "wie diese erste Weltmeisterschaft mit 48 Teams läuft", sagte Infantino, betonte aber auch: "Wir haben über eine Ausweitung auf 64 Teams diskutiert. Das Thema wurde dem FIFA-Rat vorgelegt".

Es ist nicht das erste Mal, dass Infantino Personen mit flapsigen Sprüchen gegen sich aufbringt. Im Januar hatte er beim Weltwirtschaftsforum in Davos in einer Rede mit Blick auf die kritischen Stimmen im Vorfeld der WM 2022 in Katar erklärt, dass es im Turnier "praktisch keine Zwischenfälle" gegeben habe. Er ergänzte: "Als der Ball rollte und die Magie begann, hatten wir eine wundervolle Weltmeisterschaft. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde auch kein Brite während einer Weltmeisterschaft festgenommen. Stellen Sie sich vor, das ist etwas wirklich ganz Besonderes."

Die Briten fanden das gar nicht lustig. Die britische Football Supporters' Association hatte gekontert: "Da wir Herrn Infantinos Aufmerksamkeit haben, möchten wir darauf hinweisen, dass er sich, anstatt billige Witze über unsere Fans zu reißen, lieber darauf konzentrieren sollte, billige Tickets bereitzustellen." Die Ticketpreise bei der nun gestarteten WM sind seit Monaten ein Aufreger.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid