Im Moment der großen WM-Erleichterung erinnerte sich Belgiens Top-Joker Romelu Lukaku an seinen toten Vater. Roger Lukaku, der selbst Fußballer und Nationalspieler für Zaire (heute DR Kongo) war, starb im September des vergangenen Jahres unerwartet und im Alter von gerade einmal 58 Jahren.
"Ich glaube, mein Vater wacht über mich. Ganz sicher", sagte Lukaku auf dem Rasen von Seattle, nachdem sein Team im WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal ein 0:2 noch spektakulär in ein 3:2 nach Verlängerung verwandelt hatte. Der bullige Angreifer hatte daran seinen Anteil und wirkte im Siegerinterview nach dem Fußball-Kampf gerührt und erschöpft.
Traum-Elfmeter krönt sensationelles belgisches Comeback

Lukaku war erst zur Pause ins Spiel gekommen und hatte spät (86. Minute) das 1:2 geschossen, ehe Teamkollege Youri Tielemans die Partie ausglich. "Wir hatten wirklich Eier - das braucht man in so einem Spiel", sagte der Angreifer, der nicht nur als Fußballer, sondern auch als Führungsspieler gefragt war.
Als sich Tielemans und Leandro Trossard in der zweiten Trinkpause anbrüllten, ging der 33 Jahre alte Lukaku mit seiner Erfahrung dazwischen und schlichtete. "Romelu hat versucht, beide zu beruhigen. Ich mag das. Es zeigt, dass wir ein lebendiges Team haben", sagte Cheftrainer Rudi Garcia.
Als die Belgier zum Ende der Verlängerung einen Elfmeter erhielten, hatte Lukaku den Ball zunächst lange in seiner Hand - und überließ diesen dann doch Kapitän Tielemans. "Es ist für mich noch etwas schwierig, deswegen war es für mich besser, dass Youri schießt. Ich will nicht persönlich gewinnen. Das Team muss gewinnen", sagte Lukaku nach dem Achtelfinaleinzug.
