Das norwegische Team hat heftig gegen den englischen Ausgleichstreffer durch Jude Bellingham im WM-Viertelfinale protestiert. Das Team von Ståle Solbakken wirft dem Schiedsrichter-Team um Clément Turpin vor, übersehen zu haben, dass ein Abstoß des norwegischen Torwarts Örjan Nyland vor dem Tor ein Halteseil der Spider-Cam getroffen hatte.
TV-Bilder legen einen entsprechenden Treffer nahe, da der Ball seine Flugkurve verändert und vergleichsweise steil nach unten fällt. Der norwegische Coach stürmte nach dem Halbzeitpfiff auf den Schiedsrichter zu, protestierte lautstark und zeigte nach oben in Richtung des Kabels. Bei der FIFA verneint man die Berührung. "Wir haben die Daten geprüft und können keine Auswirkungen über den Chips im Ball feststellen", erklärt die FIFA dem norwegischen Portal VG.
Nachdem Nyland den Ball kurz vor der Halbzeit ins Spiel gebracht hatte, trifft dieser den Draht mit der Kamera, sodass der Ball viel kürzer ist, als er eigentlich sein sollte, erklärte der norwegische Assistenztrainer Kent Bergersen beim norwegischen TV2.
Experte: Spiel muss unterbrochen werden
Nach Aussage des ehemaligen FIFA-Schiedsrichters Mark Clattenburg hätte der VAR eingreifen und die Szene überprüfen müssen. "Wenn der Ball ein Objekt berührt, das nicht zum Spielfeld gehört, muss das Spiel unterbrochen werden", sagte der 51 Jahre frühere Premier-League-Referee beim US-Sender Fox.
Dem Regelwerk zufolge müsste das Spiel, wenn der Ball einen nicht zum Spielfeld gehörenden Gegenstand trifft, unterbrochen werden. Die Fortsetzung erfolgt per Schiedsrichterball.
Trotz der Proteste der norwegischen Spieler wurde das Tor jedoch nicht aberkannt und blieb auf der Anzeigetafel stehen und egalisierte den norwegischen Führungstreffer durch Andreas Schjelderup.
Bei dem englischen Ausgleichstreffer legte Anthony Gordon den Ball von der linken Seite in die Mitte hinter die Strafraumkante. Dort nahm ihn Bellingham auf und zog in den Strafraum, wo er von der Kante des Fünfmeterraums aus abschloss.
