Selbst Google kann sich der Erling-Haaland-Begeisterung nicht entziehen. Wer in diesen Tagen den Namen des Superstürmers online sucht, sieht prompt ein paar Wikinger über den Bildschirm rudern. Gleichmäßig, gemeinsam, immer weiter voran. In der realen Welt gibt Haaland bei seinen Norwegern das Tempo vor - und will das Team bei der WM zur nächsten Sensation gegen Harry Kanes Engländer schießen.
Den Druck jedoch schob Haaland vor dem Duell der Torjäger elegant seinem Geburtsland zu. "Es gibt einige klare Favoriten - und England gehört dazu", sagte er bei einem Pressetermin im Vorfeld des Viertelfinals (23 Uhr MESZ/MagentaTV und bei ntv.de im Liveticker) in Miami. Dagegen sei es "selbst für mich überraschend", dass die verhältnismäßig kleine Fußballnation Norwegen so weit gekommen ist, betonte der in Leeds geborene 25-Jährige, der sieben der zwölf Tore seines Teams erzielt hat.
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Von Haalands Qualitäten schwärmt Englands Trainer Thomas Tuchel schon seit Jahren, jetzt aber will er den Höhenflug der Norweger stoppen - und setzt dabei auf Harry Kane. Englands Kapitän sei "in der Form seines Lebens", lobte Tuchel, und erinnerte sich an seine Zeit als Trainer des FC Bayern. 2023 half er, den Torjäger nach München zu locken. "Ich bin noch immer froh, dass ich damals den Kampf gekämpft und ihn zu den Bayern gebracht habe", sagte Tuchel während der WM: "Das war der richtige Schritt, dort hat er die Siegermentalität gelernt."
Haaland trifft doppelt
In München unter dem derzeitigen Trainer Vincent Kompany werde ein "sehr intensiver Spielstil" gepflegt, deshalb sei Kane "körperlich in bester Verfassung". Mit den Bayern als "Schlüsselspieler" Titel zu gewinnen, habe ihm "eine große Last genommen", betonte Tuchel: "Es ist wunderschön zu sehen, was für ein Teamspieler und wie engagiert er ist."
In einer hochkarätig besetzten Mannschaft ragt Kane nochmals heraus. Er erzielt nicht nur Tore - vor dem Viertelfinale steht er bei sechs - nein, wie in München ist er auch fürs Kombinationsspiel enorm wichtig und verteidigt mitunter auch im eigenen Strafraum resolut. Zudem nutzt Kane seine Chancen eiskalt - wie auch Haaland.
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Der Stürmer von Manchester City hatte seine Norweger mit einem wuchtigen Kopfball und einem präzisen Distanzschuss zum 2:1 im Achtelfinale gegen Rekordweltmeister Brasilien geführt. "Gegen Brasilien zu spielen, war für uns Norweger schon irgendwie verrückt, gegen Brasilien zu gewinnen und dann im Viertelfinale der WM in den USA gegen England anzutreten - das ist schon etwas ganz Besonderes", sagte er.
Die Reise muss aber jetzt noch nicht enden. Der Sieger des Duells von Miami bekommt es im Halbfinale in Atlanta mit Lionel Messis Argentiniern oder der Schweiz zu tun.
Tuchel hatte schon vor dem Start der XXL-WM den zweiten Titel nach 1966 als klares Ziel ausgerufen. "Wir wollen diesen zweiten Stern auf unserem Shirt", sagte er in einer emotionalen Ansprache an die Mannschaft. Es sei wichtig, "darüber klar zu reden und es auszusprechen", betonte Tuchel: "Wir wollen ein Team sein, gegen das niemand gerne spielt." Nicht mal Überflieger Haaland.
