Comeback nach Horrorverletzung

14 Monate Leidenszeit: Weiser soll Werder nach oben führen

616144534
Mitchell Weiser könnte am Wochenende endlich wieder auf dem Platz stehen. (Foto: Nordphoto / Hafner)
00:00 / 03:08
10.09.2026 | 15:57 Uhr
Mitchell Weiser von Werder Bremen verpasste eine komplette Bundesliga-Saison wegen einer schweren Knieverletzung. Ausgerechnet gegen seinen Jugendverein könnte er eine Rückkehr feiern. Die Hanseaten bauen auf seine Führungsstärke.

14 Monate nach einer schweren Knieverletzung steht Mitchell Weiser von Werder Bremen vor seinem Comeback in der Fußball-Bundesliga. Der 32-Jährige könnte am Samstag ausgerechnet im Spiel bei seinem Jugendverein 1. FC Köln in den Kader der Bremer zurückkehren.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass er vielleicht eine Option sein kann. Die Planung ging eigentlich dahin, dass wir ihn in der Länderspiel-Pause aufbauen mit Spielminuten. Aber ich habe auch jetzt wieder gute Eindrücke gewinnen können", sagte Werders Trainer Daniel Thioune bei seiner Pressekonferenz zum Köln-Spiel (Samstag, 18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf ntv.de).

Thioune war immer "Mitchell-Weiser-Fan"

Nach eigenen Angaben war Thioune "aus der Entfernung immer ein großer Mitchell-Weiser-Fan: seine Spielart, seine Intensität, seine Dynamik. Es ist noch nicht möglich, dass er Starter sein kann. Aber wir haben morgen auch nochmal einen Tag." Medizinische Abteilung, athletische Abteilung und das Trainerteam würden dann entscheiden: "Was brauchen wir? Was braucht dieser Kader noch? Ob Mitchell dann ein Kandidat ist für den Kader, werden wir final morgen Nachmittag entscheiden, wenn es nach Köln geht."

Weiser hatte sich im Juli 2025 einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen und die komplette vergangene Saison verpasst. Für Werders Gegner 1. FC Köln spielte der Flügelspieler sechs Jahre lang in der Jugend, weil auch sein Vater Patrick Weiser ein früherer Bundesliga-Profi der "Geißböcke" ist.

Mit Weiser kehrt einer für Führung, Wettkampfgeist, Widerstandsfähigkeit und Energie zurück: Danach hatte Werder im Sommer verzweifelt gesucht nach einer in großen Teilen völlig verkorksten Saison. "Es ist wichtig, dass wir mit den zwei, drei, vier erfahrenen Spielern in der Kabine ein bisschen regulieren und ein Gefühl dafür entwickeln, in welche Richtung sich etwas gerade bewegt", sagte etwa Rückkehrer Niclas Füllkrug in dieser Woche in einem Interview von Sky und RTL/ntv.

Führungsspieler Weiser

Für Werders Thioune liegt darin die Herausforderung: Nach dem starken Auftritt gegen RB nicht zu denken, "dass die Kölner auf dem Papier nicht die Qualität besitzen, die die Leipziger haben. Lieber ein Stück weit mehr Heidenheim sein, als danach zu streben, Bayern München zu sein", sagte Thioune weiter. "Denn das Eine können wir inhaltlich nicht. Das Andere können wir aber definitiv abbilden."

Genau das habe in der vergangenen Saison zu häufig gefehlt. Genau dafür braucht es die neue Kaderstruktur. Der schon 232 Mal in der Bundesliga aufgelaufene Weiser, der mit Bayern München zweimal deutscher Meister wurde und ein besonders meinungsstarker Profi ist, kann vielleicht schon wieder mithelfen, damit Werder einen erneut starken Auftritt auf den Rasen bringt.

Verwendete Quellen: ntv.de, dbe/dpa