Fußball

"Heulsusen" und "Weltkrieg"Afrika-Cup-Streit eskaliert nach gerichtlicher Titelwende

18.03.2026, 10:53 Uhr
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Die-Spieler-beider-Teams-gerieten-im-Finale-des-Afrika-Cups-maechtig-aneinander
Die Spieler beider Teams gerieten im Finale des Afrika Cups mächtig aneinander. (Foto: Youssef Loulidi/AP/dpa)

57 Tage nach dem skandalösen Endspiel um den Afrika-Cup hat Marokko trotz der sportlichen Niederlage gegen Senegal überraschend den Sieg zugesprochen bekommen. Die Reaktionen aus dem Senegal schwanken zwischen Wut, harten Ansagen und Provokationen.

Irre Wendung am späten Dienstagabend: Das Berufungsgericht des afrikanischen Fußball-Verbands CAF hat dem Einspruch der Marokkaner stattgegeben. Es wertete die infolge fragwürdiger Schiedsrichter-Entscheidungen völlig aus dem Ruder gelaufene Final-Partie vom 18. Januar mit 3:0 für die Gastgeber des Finales in Rabat. Senegal hatte die von Tumulten begleitete Begegnung nach Verlängerung 1:0 gewonnen und will nun gegen die nachträgliche Aberkennung des Titels Einspruch einlegen.

Senegals nationaler Fußball-Verband will die Entscheidung nicht akzeptieren und vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen, wie Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow noch am Abend im staatlichen Rundfunk RTS ankündigte. "Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite", sagte er. Die Entscheidung des Berufungsgerichts sei eine "Schande für Afrika". Bei den senegalesischen Spielern herrschte Wut, Entsetzen - gepaart mit Sticheleien und Provokationen.

Moussa Niakhaté von Olympique Lyon veröffentlichte auf seinen Social-Media-Accounts eine Reihe von Fotos, auf denen er mit der Trophäe des Afrika-Cups zu sehen ist, mit der süffisanten Botschaft: "Kommt und holt sie euch." Er fügte in einer weiteren Nachricht hinzu: "Das ist keine KI, das ist echt."

Senegal-Spieler reagieren mit Hohn

"Wenn ich spreche, werde ich verrückte Dinge sagen", erklärte einer der senegalesischen Finalspieler der Zeitung "L’Équipe", nachdem er die Nachricht vom aberkannten Titel gehört hatte. Seinen Namen wollte er lieber nicht im Text lesen. Eine weitere anonyme Quelle des senegalesischen Fußballverbands sagte der "L’Équipe": "Wir sind empört. Am 29. März findet eine Sitzung des Exekutivkomitees der CAF (Confederation of African Football) statt, das wird zum Dritten Weltkrieg."

Mit Namen sprechen wollte dann der ehemalige Nationaltrainer Claude Le Roy, der 1988 mit Kamerun den Afrika-Cup gewonnen hatte. "Diese Entscheidung wird, leider zum Leidwesen dieses Kontinents, den ich so sehr liebe, die gesamte Fußballwelt zum Lachen bringen."

Der senegalesische Mittelfeldspieler Habib Diarra (Sunderland) reagierte auf die Entscheidung, indem er Fotos von sich mit der Trophäe postete, begleitet von vielen lachenden Emojis. Ähnlich ging es Pathé Ciss von Rayo Vallecano. Er postete in den sozialen Medien mehrere Fotos von sich mit der Medaille und dem Titel des Afrika-Cup-Siegers, begleitet von einer deutlichen Botschaft: "Den Heulsusen könnt ihr noch drei Tore geben."

Der marokkanische Fußballverband (FRMF) reagierte relativ nüchtern auf die Titel-Wende. In einem Statement hieß es, man habe die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Der Verband betonte, dass man nicht die sportliche Leistung der an diesem Wettbewerb beteiligten Mannschaften infrage stelle, sondern ausschließlich die Anwendung des Wettbewerbsreglements fordere. "Der Verband bekräftigt sein Engagement für die Einhaltung der Regeln, die Transparenz des Wettbewerbsrahmens und die Stabilität afrikanischer Wettbewerbe", hieß es.

Quelle: ntv.de, msc/dpa

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