Eine Investorengruppe mit dem Amazon-Milliardär Jeff Bezos steigt beim englischen Fußball-Rekordmeister FC Liverpool ein. Der Klub gab "eine endgültige Vereinbarung zum Verkauf eines Minderheitsanteils an 1892 Holdings" bekannt. Angeführt werden die Investoren von Amit Bhatia, dem Schwiegersohn des indischen Stahl-Magnaten Lakshmi Mittal. Neben Bezos ist auch Eduardo Saverin dabei, ein Mitgründer von Facebook.
Für 30 Prozent der Anteile kassieren die amerikanischen Liverpool-Besitzer der Fenway Sports Group (FSG) der BBC zufolge zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro. Die FSG hatte den Traditionsverein 2010 für etwa 350 Millionen Euro erworben, ihr Präsident Mike Gordon sprach von einer "Entscheidung im Sinne des langfristigen Wohls des Klubs". Bezos soll keine operative Rolle einnehmen.
Bezahlen könnten die drei Milliardäre diese genannte Summe aus ihrer Privatschatulle: Bezos gilt laut Forbes mit einem geschätzten Vermögen von derzeit mehr als 280 Milliarden Dollar als drittreichster Mensch der Welt, Mittal und Saverin verfügen jeweils über mehr als 33 Milliarden Dollar.
"Möchten Fans bei Liverpool nicht sehen"
Die Anhänger des FC Liverpool hatten die Tage bereits mit Sorge auf den Einstieg geblickt. "Wir haben bei ähnlichen Verkäufen in anderen Vereinen erlebt, dass es zu erheblichen Veränderungen in der Führung des Klubs und im operativen Fußballbereich kam – mit Entscheidungen und Verhaltensweisen, die viele bei Liverpool nicht sehen möchten", teilte "Spirit of Shankly" (SoS) mit. Es handelt sich dabei um die offizielle Vereinigung der Fans des englischen Rekordmeisters.
"Spirit of Shankly" haten den Klub nun um ein Treffen und um Aufklärung gebeten. "Die Interessen des LFC und seiner Anhänger an erste Stelle zu setzen, ist für uns alle grundlegend", hieß es in einer Erklärung der Vereinigung. Nun kam es dennoch zu dem Investoreneinstieg.

