Fußball

Coronavirus statt Bayern-Spiel BVB-Stadion wird Behandlungszentrum

imago47079400h.jpg

Im Signal Iduna Park werden ab Samstag Corona-Patienten behandelt.

(Foto: imago images/Cord)

An diesem Samstag hätte eigentlich der FC Bayern München bei Borussia Dortmund gastiert: Wegen des Coronavirus wird nun aber kein Fußball im Signal Iduna Park gespielt - stattdessen werden in dem Stadion Corona-Patienten behandelt. Dafür wird das Areal vom Verein eigens umgebaut.

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund stellt im Kampf gegen das Coronavirus sein Stadion zur Verfügung. Ab Samstag werden im Bereich der Nordtribüne des Signal Iduna Parks konkrete Coronavirus-Verdachtsfälle und Patienten mit entsprechenden Beschwerden versorgt. Der BVB hat das Areal gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dafür umgebaut.

"Unser Stadion ist das Aushängeschild der Stadt, für fast jeden in Dortmund und Umgebung ein Fixpunkt und durch seine technischen, infrastrukturellen und räumlichen Bedingungen der ideale Ort, um gerade jetzt Menschen aktiv zu helfen, die potenziell vom Coronavirus infiziert sind beziehungsweise über entsprechende Beschwerden wie Atemwegserkrankungen und Fieber klagen", werden BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Geschäftsführer Carsten Cramer in einer Vereinsmitteilung zitiert: "Es ist unsere Pflicht und unser Wunsch, alles in unserer Macht Stehende dafür zu tun, dass diesen Menschen geholfen wird".

"Ungewöhnlich: Mit Fieber ins Stadion"

Das Behandlungszentrum im Stadion ergänzt die bestehende hausärztliche Versorgung, um Coronavirus-Patienten und Verdachtsfälle außerhalb der Praxen der niedergelassenen Vertragsärzte qualifiziert zu versorgen. Gleichzeitig können so mögliche Infektionsketten unterbrochen werden, weil Kontakte zu anderen Patienten, Ärzten und Praxispersonal in den einzelnen Arztpraxen vermieden werden.

Im Behandlungszentrum wird die Schwere der Erkrankung ärztlich eingeschätzt und entschieden, ob die Patienten weiter ambulant betreut werden können oder in eine Klinik eingewiesen werden müssen. Das Behandlungszentrum wird täglich von 12 bis 16 Uhr geöffnet sein, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

"Klar, der Gedanke ist erst einmal ungewöhnlich - mit Fieber und Atemwegsbeschwerden ins Stadion zur Untersuchung. Aber tatsächlich haben wir hier die optimalen Bedingungen: Wir haben uns deshalb sehr über das Angebot und die Hilfe des BVB gefreut", sagt Dr. Dirk Spelmeyer, erster Vorsitzender der KVWL.

Quelle: ntv.de, dbe/sid