Vor dem Clasico hagelt es Giftpfeile: Wenn am nächsten Wochenende die alten Rivalen Real Madrid und FC Barcelona aufeinandertreffen, wird das Duell wie immer hochemotional werden.
Dafür sorgt auch Barça-Boss Joan Laporta, der eine Woche vor dem Spiel eine bemerkenswerte Tirade in Richtung der "Königlichen" abfeuerte: "Es scheint, als wollten sie alles zerstören, sie wollen die Liga zerstören, sie wollen das Technische Komitee der Schiedsrichter zerstören. Sie sind auch mit dem Verband nicht zufrieden sie sind mit gar nichts zufrieden", verkündete der Präsident des bereits meilenweit enteilten Tabellenführers.
Real Madrid hatte zuletzt mal wieder Ärger mit dem spanischen Schiedsrichterwesen: Weil der Verband die Sperre für Vinicius Junior nach dessen Haareziehen im Duell mit dem FC Villareal erst kurz vor dem Champions-League-Duell der "Königlichen" bei der AS Rom (4:3) verkündete, wütete Trainer José Mourinho: "Die machen das jetzt ganz schamlos. Die Katze ist aus dem Sack. Zwei Stunden vor dem Spiel muss ein Spieler erfahren, dass er eine Sperre von vier Spielen hat", sagte der Portugiese. Man wolle den "Spieler zwei Stunden vor dem Spiel fertig machen, das erscheint mir nicht normal".
Liga-Boss mit krassem Vergleich
Liga-Boss Javier Tebas wählte danach einen krassen Vergleich: Tebas hatte am Freitag via X einen Beitrag geteilt und darin die Kommunikationsstrategie der Real-Führung und des vereinseigenen TV-Senders mit der von Joseph Goebbels verglichen. Goebbels war der Propagandaminister der Nazis im Dritten Reich.
"Die Vereinsführung von Real Madrid dirigiert ein Orchester von Sprachrohren, und Real Madrid TV gibt den Ton an", schrieb Tebas. "Ihr Schema ist immer dasselbe: Sie wählen die Themen aus, die ihnen in den Kram passen, wiederholen die Vorwürfe, schüren das Misstrauen und zeigen mit dem Finger auf die Feinde."
Und weiter: "Diese Vorgehensweise erinnert an die Propagandamechanismen, die Goebbels, der Propagandaminister des nationalsozialistischen Deutschlands, einsetzte: systematische Wiederholung, Konstruktion eines Feindbildes und Unterordnung der Fakten unter die Erzählung." Tebas ergänzte, dass er nur einen Vergleich mit "diesen Propagandatechniken" ziehe und "nicht mit einer Ideologie". Real wiederum ließ die Einschränkungen nicht gelten und fordert die Demission des "unerträglichen" Liga-Präsidenten.
"Tausend Ausreden"
Laporta springt Tebas nun zur Seite: "Wie glücklich wir uns schätzen können, Javier Tebas als Präsidenten von La Liga zu haben! Er verfügt über die nötige Erfahrung in diesen Angelegenheiten und besitzt zudem das nötige Urteilsvermögen, um die Angriffe von Real Madrid abzuwehren", sagte der Präsident des Meisters - und fuhr fort: "Sie suchen nach tausend Ausreden, weil sie die Situation, in der sie sich befinden, nicht akzeptieren können, die auf ihre eigenen Entscheidungen zurückzuführen ist. Sie sollten Selbstkritik üben."
Ein Sieg im Clasico ist Reals vorerst letzte Option, dem großen Rivalen wenigstens einigermaßen auf den Fersen zu bleiben: Nach acht Siegen aus acht Spielen hat das Team von Hansi Flick bereits sechs Punkte Vorsprung auf Real Madrid, das schon zwei Spiele verloren hat.



