Fußball

Ovationen, Gänsehaut, Tränen Barça-"Kaiser" Iniesta erlebt Helden-Abgang

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Der spanische Pokal ist der 31. große Titel, den Andres Iniesta mit dem FC Barcelona gewann. Ein weiterer wird noch folgen, dann geht der "Kaiser".

(Foto: imago/Agencia EFE)

"Da ist der Platz, er gehört dir. Spiel!" Diese Worte begleiten Andres Iniesta, als er 2002 für den FC Barcelona debütiert. 16 Jahre, 700 Spiele und 31 Titel später geht er als Legende, als Barcelonas "letzter Kaiser". Im Pokalfinale feiern ihn selbst die gegnerischen Fans.

Andres Iniesta blickte wehmütig auf den Rasen und die letzten Sekunden des spanischen Pokalfinales, der große Kapitän des FC Barcelona hatte Tränen in den Augen. 5:0 (3:0) gegen den FC Sevilla, ein letzter magischer Abend im geliebten Trikot - so hatte er sich seinen Abschied wohl erträumt. "Es sind sehr starke Emotionen", sagte Iniesta, nachdem er den Pokal aus den Händen von König Felipe VI. empfangen hatte, "ich trage die Liebe und den Respekt der Leute tief in mir."

Die Fans beider Lager hatten ihm in Madrid, der Stadt des Erzrivalen, bei seiner Auswechslung kurz vor dem Schlusspfiff mit Standing Ovations noch einmal die Ehre erwiesen. Es war ein Gänsehaut-Moment in dieser 88. Minute, denn das Ende einer großen Fußball-Ära ist nah.  "Nächste Woche" will der 33-jährige Iniesta die Entscheidung über seine Zukunft bekannt geben, erwartet wird sein Abschied nach China.

Angesichts seiner wie so oft starken Leistung mit dem sehenswerten Treffer zum 4:0 (52.) kam nicht nur bei ihm Wehmut auf. Auch Papa Jose Antonio kämpfte mit den Tränen. "Marca", das Hausblatt von Real Madrid, huldigte dem "letzten Kaiser". Die katalanische Zeitung "Sport" titelte: "Es lebe der König!" Und "AS", ebenfalls aus Madrid, flehte auf Seite 1: "Iniesta, geh' nicht!"

"Der wichtigste Spieler, den wir hatten"

Und doch: Nach 16 Jahren mit 31 Titeln - Nummer 32 in der Meisterschaft ist nur noch einen Sieg entfernt - zieht es ihn nach Asien. Trotz Vertrags auf Lebenszeit in Barcelona. Iniesta wird für drei Jahre bei Chongqing Lifan unterschreiben und dort auch für sein Weingut werben. Das letzte Finale des bald 34-Jährigen mit Barça gab denen recht, die den Abschied verfrüht nennen.

"Wir haben einen großen Iniesta gesehen, den besten seit langer Zeit", sagte Klubpräsident Josep Maria Bartomeu, "er hat eine Epoche in diesem Klub geprägt. Wir haben den Besten der Welt, Messi, aber Iniesta war der wichtigste Spieler, den wir hatten. Er ist einzigartig." So will er in Erinnerung bleiben.

Neben Iniesta trafen Luis Suarez (14./40.), Lionel Messi (31.) und Philippe Coutinho (69.) zum 5:0-Endstand, nur Real gewann in Spaniens Cupfinale je höher - 1980 gegen die eigene zweite Mannschaft (6:1). Es war der vierte Pokalerfolg nacheinander für Rekordsieger Barcelona (30 Titel), Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen wurde dabei wie gewohnt in der Copa del Rey von Jasper Cillessen vertreten.

"Da ist der Platz, er gehört dir. Spiel!"

Hauptdarsteller war Iniesta, das "Adiós" von "Don Andrés" (Herr Andrés) und seine erneute Galavorstellung stellte alles in den Schatten. "Da ist der Platz, er gehört dir. Spiel!" Mit diesen Worten schickte Louis van Gaal den jungen Iniesta einst in dessen Debüt. Fast 700 Pflichtspiele später wird er "einen schweren Schritt gehen", wie sein Vater erzählte - weg von seiner großen Liebe. "Das ist ein Tag mit vielen Gefühlen, es sind viele Jahre", sagte Iniesta. Vorher wolle er "den Leuten" noch die Meisterschaft schenken. Es wäre seine neunte neben sechs Pokalsiegen und vier (!) Triumphen in der Champions League. Sein drittes Triple blieb Iniesta verwehrt, Barça scheiterte in der Königsklasse sensationell am AS Rom.

Am Samstagabend war das vergessen, Iniesta drehte mit seinen Kindern Valeria und Paolo Andrea selig eine Ehrenrunde, auf der Tribüne weinten viele Barça-Fans. "Diese Zuneigung ist für mich unbezahlbar", sagte Iniesta, "es sind Tage wie diese, die uns glücklich machen."

Quelle: ntv.de, cwo/sid

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