Fußball

PSV verliert mit Götze deutlich Bayer patzt nach völlig verrückter Aufholjagd

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Jonathan Tah und Bayer Leverkusen erlebten einen verrückten Europa-League-Abend.

(Foto: imago images/Just Pictures)

Unterschiedlicher können Halbzeiten nicht sein: Bayer Leverkusen geht im Sechszehntelfinale der Europa League bei den Young Boys Bern in der ersten Hälfte komplett unter, nur um dann nach dem Pausenpfiff grandios zurückzukommen - und ganz am Ende bestraft zu werden.

Bayer Leverkusen hat sich dank großer Moral noch eine ordentliche Ausgangslage für den Einzug ins Europa-League-Achtelfinale verschafft. Der Vorjahres-Viertelfinalist unterlag in einem verrückten Hinspiel im Sechzehntelfinale beim Schweizer Meister Young Boys Bern mit 3:4 (3:3). Dank der Treffer von Patrik Schick (49./52.) und Moussa Diaby (68.) glich die Werkself einen zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand aus. Christian Fassnacht (3.), Jordan Siebatcheu (19.) und Elia (44.) hatten Bern zunächst deutlich und verdient in Richtung Achtelfinale geschossen. Siabatcheu (89.) sorgte spät für die Entscheidung zugunsten der Schweizer.

Stammtorhüter Lukas Hradecky, der weiter mit Fersenproblemen zu kämpfen hat, stand Bosz nicht zur Verfügung. Den Finnen ersetzte Niklas Lomb, der zu seinem dritten Europapokaleinsatz kam. Bern-Coach Gerardo Seoane, der als einer der möglichen Rose-Nachfolger bei Borussia Mönchengladbach gehandelt wird, musste wegen einer Rotsperre auf seinen Top-Torjäger Jean-Pierre Nsame verzichten. Auf dem ungewohnten Kunstrasen im Stadion Wankdorf wurde die Werkself im ersten Aufeinandertreffen beider Klubs auf internationaler Bühne eiskalt erwischt. Nach einer Ecke setzte sich Fassnacht gegen den viel zu passiven Nadiem Amiri durch und traf per Direktabnahme.

Aufholdjagd nach der Pause

Bayer hatte nicht nur aufgrund des frühen Gegentors Probleme mit dem druckvoll agierenden Schweizer Champion. Neuzugang Demarai Gray, der sein Startelfdebüt nach zuletzt zwei Kurzeinsätzen feierte, sorgte erst nach elf Minuten für den ersten offensiven Akzent der Rheinländer. Wie auch Leon Bailey Augenblicke später brachte Gray YB-Schlussmann David von Ballmoos nicht in Verlegenheit. Besser machte es Bern, wieder bei ruhenden Ball, wieder bei einer Ecke. Kapitän und Nationalspieler Jonathan Tah verlor Siebatcheu aus den Augen, der völlig freistehend einköpfte.

Leverkusen reagierte mit wütenden Angriffen, aber ohne Durchschlagskraft - Bern hingegen kombinierte in den sich bietenden großen Räumen in der Leverkusener Hälfte teilweise nach Belieben. Bosz schrieb frustriert seinen Notizblock voll und stieß sich zudem zu allem Überfluss noch den Kopf an der Kante der Bank-Überdachung. Dann patzte Aleksandar Dragovic, sodass Elia im Eins-gegen-Eins gegen Lomb nur noch überlegt einschieben musste. Bosz schien sich die richtigen Notizen gemacht zu haben. Schick hauchte mit seinem Doppelschlag per Kopf und durch einen Abpraller Leverkusen wieder Leben ein. Bayer agierte davon angestachelt wie ausgewechselt und drängte auf den Ausgleich, den Diaby mit einem Heber bescherte. Eine Minute vor Schluss bescherten die Schweizer der Werkself aber doch noch die kalte Dusche.

Götze muss um Weiterkommen bangen

Ex-Nationalspieler Mario Götze steht mit der PSV Eindhoven in der Europa League vor dem Aus. Der niederländische Spitzenclub verlor im Zwischenrunden-Hinspiel mit 2:4 (2:3) bei Olympiakos Piräus. Die Titelfavoriten machten dagegen große Schritte Richtung Achtelfinale. Manchester United gewann in Turin mit 4:0 (1:0) gegen Real Sociedad San Sebastián, Ligarivale Tottenham Hotspur mit Startrainer José Mourinho setzte sich mit 4:1 (3:0) in Budapest gegen den Wolfsberger AC durch. Beide Partien waren wegen der Corona-Beschränkungen an neutrale Orte verlegt worden und werden für die englischen Vereine als Auswärtsspiel gewertet.

Der italienische Tabellenzweite AC Mailand kassierte in der Schlussminute den Ausgleich zum 2:2 (1:0) bei Roter Stern Belgrad, die AS Rom gewann auch durch ein Tor des früheren Bundesligaspielers Edin Dzeko (5.) mit 2:0 (1:0) beim SC Braga. Leicester City musste sich mit einem 0:0 bei Slavia Prag begnügen.

In einer turbulenten ersten Halbzeit in Piräus trafen Andreas Bouchalakis (9.), Yann M'Vila (37.) und Youssef El-Arabi (45.+2) für die Gastgeber, Eran Zahavi gelang zweimal der zwischenzeitliche Ausgleich für PSV. In der zweiten Halbzeit machte Georgios Masouras (83.) die Ausgangslage für Götze und Co. noch kniffliger. Der frühere Profi von Borussia Dortmund und Bayern München spielte nach überstandener Verletzung erstmals seit Ende Dezember.

Für Tottenham sorgten der frühere Bundesliga-Profi Heung-Min Son (13.), Gareth Bale (28.) und Lucas Moura (34.) für eine beruhigende Pausenführung. Michael Liendl (55.) traf per Foulelfmeter die Österreicher in der Puskas Arena in Budapest, ehe Carlos Vinícius (88.) zum Endstand traf. Für Manchester United waren Bruno Fernandes (27. und 57.), Marcus Rasford (65.) und Daniel James (90.) erfolgreich.

Quelle: ntv.de, dbe/sid/dpa