"Immer mehr genervt"

Borussia Dortmund geht Handy-Problem an

624144373
Viele Schals, aber auch viele Smartphones. (Foto: picture alliance / Maximilian Koch)
00:00 / 01:48
22.10.2026 | 18:54 Uhr
Es ist ein gesamtgesellschaftliches Thema: Selfies, Streaming und Social Media auf der Tribüne stören nach Angaben des BVB immer mehr Fußballfans. Nun will der Verein sie mit einem neuen App-Modus zum Handyverzicht bewegen.

Borussia Dortmund will seine Fans beim Fußballgucken im Stadion vom Smartphone weglocken. Die Lösung dafür soll ein sogenannter "FanModus" sein, den die Anhänger des Bundesligisten am Spieltag in der BVB-App aktivieren können. Ist dieser eingeschaltet, wird die Zeit gemessen, in der das Display gesperrt ist. In jeder Minute ohne Handynutzung sammeln die Fans Punkte.

Während der Halbzeitpause können Fans das Handy benutzen, müssen es aber anschließend wieder in den "FanModus" versetzen. Mit dem Schlusspfiff endet auch das Punktesammeln. Je seltener Fans ihr Smartphone während des Heimspiels also nutzen, desto höher fällt ihre Punktzahl aus. Die Teilnehmenden mit den meisten Punkten können Preise gewinnen. Dazu gehören signierte BVB-Trikots und Gutscheine für den Fanshop.

Laut BVB nutzen fast zwei Drittel aller Fußballfans auf der Tribüne regelmäßig ihr Handy. "Immer mehr Fans sind von Selfies, Streaming und Social Media auf den Tribünen genervt", heißt in einer Vereinsmitteilung zur neuen Funktion, die bereits ab dem kommenden Liga-Spiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt (18.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) verfügbar ist. "Lasst das Smartphone im Stadion in der Hosentasche und genießt das Spiel mit allen Sinnen", so der Appell.

Auch in der 2. Bundesliga gibt es Bemühungen, den Handy-Konsum auf den Tribünen zu reduzieren. Hertha BSC untersagt seit Kurzem etwa Stadion-Vlogs bei Heimspielen. Private Foto- und Videoaufnahmen für persönliche Zwecke bleiben laut dem Verein aus der Hauptstadt weiter möglich. Schon im August hatte Ligakontrahent Dynamo Dresden kommerzielle Stadion-Vlogs untersagt.

Verwendete Quellen: ntv.de, ses/dpa