Aufstiegsreform gescheitert

Der Ostfußball in der 3. Liga stirbt aus

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Hansa Rostock ist der letzte Ost-Vertreter in der 3. Liga. (Foto: IMAGO/Andy Bünning)
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05.08.2026 | 10:27 Uhr
Die 3. Fußball-Liga startet am Freitag mit dem Eröffnungsspiel Waldhof Mannheim gegen Fortuna Düsseldorf in ihre 19. Spielzeit. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Saison.

Was beschäftigt die Liga? Die Aufstiegsreform zur 3. Liga war Ende Juli erneut gescheitert. Zwar sprachen sich die Vertreter aus drei der fünf Regionalligen für das Kompassmodell aus, doch der Südwesten und Bayern stimmten dagegen. Das Modell sieht eine Verteilung von 80 Viertliga-Klubs auf vier Staffeln nach geografischen Gesichtspunkten vor. Andere Modelle, wie etwa die 3. Liga auf 22 Teams aufzustocken und die Anzahl der Absteiger von vier auf fünf zu erhöhen, kommen für die Vertreter der 3. Liga nicht infrage. Der Vorschlag wurde mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass die Drittligisten bereits 2018 mit der Einführung eines vierten Abstiegsplatzes ihren Beitrag zu einer Lösung geleistet hatten.

Was ist besonders? Nach dem Aufstieg von Energie Cottbus und dem Abstieg von Erzgebirge Aue ist Hansa Rostock in der kommenden Saison der einzige ostdeutsche Verein der Liga. Noch vor elf Jahren waren es acht Vereine, weshalb die Liga auch als "Bundesliga des Ostens" bezeichnet wurde. Viele ehemalige ostdeutsche Drittligisten wie der Chemnitzer FC, Rot-Weiß Erfurt, Carl Zeiss Jena, FSV Zwickau, SV Babelsberg oder der Hallesche FC stecken seit Jahren in der Regionalliga fest, obwohl sie über moderne Stadien verfügen, die für den Profifußball ausgelegt sind. Auch deshalb gehörten diese Vereine zu den ersten Unterstützern der bundesweit diskutierten Aufstiegsreform.

Wieso fehlt 1860 München? Sportlich beendeten die Löwen die Drittliga-Saison auf dem achten Platz. Aufgrund eines nicht fristgerecht erbrachten Liquiditätsnachweises erhielt der Verein nach acht Spielzeiten in der 3. Liga allerdings keine Lizenz und stieg zwangsweise ab. Davon profitierte der TSV Havelse, der sportlich abgestiegen war, aber nachträglich die Klasse hielt.

Wer steigt auf, wer ab? Fortuna Düsseldorf ist der große Favorit auf den direkten Wiederaufstieg. Auch Hansa Rostock, Rot-Weiss Essen und der MSV Duisburg machen sich berechtigte Hoffnungen auf die 2. Bundesliga. Außenseiterchancen haben zudem Preußen Münster, Alemannia Aachen und der 1. FC Saarbrücken. Im Kampf gegen den Abstieg werden die Aufsteiger SV Meppen, Würzburger Kickers, Fortuna Köln und Sonnenhof Großaspach erwartet. Gleiches gilt für den TSV Havelse sowie für die zweiten Mannschaften vom VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim.

Gibt es neue Regeln oder den VAR? Der VAR wird aufgrund der hohen Kosten weiterhin nicht eingesetzt. Im Februar hatten die Klubs auch die günstigere Alternative Football Video Support (FVS) abgelehnt, bei der Trainer Überprüfungen beantragen können, ohne einen "Kölner Keller" zu benötigen. Neu eingeführt werden Regeln, die bereits bei der WM galten: So gibt es künftig bei Abstößen und Einwürfen einen Fünf-Sekunden-Countdown, bei Auswechslungen haben Spieler zehn Sekunden Zeit, das Feld zu verlassen, und nach verletzungsbedingten Unterbrechungen wird eine einminütige Pause eingelegt. Zudem bestraft der Schiedsrichter keine Torchancen-Vereitelung mehr, wenn aus dem Vorteil ein Tor entsteht.

Wie sind die Eckdaten? Bis zur Winterpause am 21. Dezember werden 18 Spieltage absolviert. Am 15. Januar startet die 3. Liga mit dem letzten Hinrundenspieltag ins neue Kalenderjahr. Das Saisonfinale findet am 22. Mai statt, an dem alle Spiele zeitgleich ausgetragen werden. Die anschließenden Relegationsspiele zur 2. Bundesliga finden voraussichtlich zwischen dem 28. Mai und dem 1. Juni 2027 statt.

Wer überträgt die Spiele? MagentaSport überträgt alle 380 Saisonspiele live - sowohl als Einzelspiel als auch in der Samstagskonferenz. Zudem zeigt die ARD in ihren Dritten Programmen insgesamt 68 Live-Spiele. Zusätzlich wird die Relegation zur 2. Bundesliga im Free-TV ausgestrahlt.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid