Fußball

Verband watscht Vereine ab Drittligist schickt Corona-Rechnung an DFB

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Der SV Waldhof hätte die Kosten für die Wiederaufnahme der 3. Liga gerne vom DFB erstattet.

(Foto: imago images/foto2press)

Fußball-Drittligist SV Waldhof Mannheim fordert den Deutschen Fußball-Bund auf, die Kosten für Corona-Tests und Quarantäne-Hotel zu übernehmen. Der Verband weist das vorerst ab, ähnlich läuft es bei einem Antrag des 1. FC Magdeburg recht eisig ab. Auch Carl Zeiss Jena kassiert eine Absage.

Im Dauerstreit um die Saisonfortsetzung der 3. Liga fordert der SV Waldhof Mannheim vom Deutschen Fußball-Bund nun Kosten in fünfstelliger Höhe zurück. Rund eine Woche vor dem geplanten Neustart hat der Tabellenzweite dem DFB nach dpa-Informationen eine Rechnung über 21.000 Euro geschickt, eine weitere über etwa 58.000 Euro soll in den nächsten Tagen folgen. Der DFB reagierte umgehend. Am 15. Mai sei nach Abstimmungen zwischen dem baden-württembergischen Kultus- und Sozialministerium seitens beider Behörden bestätigt worden, dass die Kosten der mit dem Hygienekonzept verbundenen Maßnahmen von den einzelnen Vereinen zu tragen sind, hieß es vom Verband.

"Diese Bestätigung wurde nun noch einmal bekräftigt. Insofern sieht der DFB keine Grundlage für die Rechnung, die der SV Waldhof Mannheim an den Verband gestellt hat", teilte der DFB weiter mit. Zur Begleichung dieser Kosten würden den Klubs der 3. Liga auch die Unterstützungsgelder der DFL zur Verfügung gestellt. Der SVW beruft sich seinerseits auf eine Verordnung des Landes Baden-Württemberg. "Wir haben die Kosten für Desinfektionsmaterial, Masken und Arbeitszeit für den Hygienebeauftragten und seine beiden Assistenten weitergereicht", sagte Geschäftsführer Markus Kompp. Der jeweilige Hygienebeauftragte ist in den Klubs für die für den Spielbetrieb regelmäßig erforderlichen Corona-Testungen bei Spielern und Trainerteam zuständig.

"Die Kosten für das Konzept (...), insbesondere für die Testungen (...), trägt die für die Durchführung des Wettbewerbs- oder Wettkampfbetriebs verantwortliche Organisation", heißt es in der Verordnung hinsichtlich der Durchführung von sportlichen Wettkämpfen und Wettbewerben, auf die sich der Klub beruft. Die Waldhöfer werden die Kosten für das Quarantäne-Trainingslager, das Mannschaft, Trainer und Funktionsteam am Sonntag beziehen und das etwa 58.000 Euro kostet, ebenfalls an den Verband weiterreichen, wie Kompp ankündigte.

"Missverständliche Kommunikation des 1. FC Magdeburg"

Auch Liga-Konkurrent 1. FC Magdeburg wandte sich an den DFB und erhielt nicht die erhoffte Antwort. Magdeburg beantragte eine Verlegung der ersten beiden Punktspiele, weil die eine Corona-Testreihe nicht durchführbar gewesen sei. Das teilte der Klub mit. Demnach verlangt Magdeburg ein zweiwöchiges Mannschaftstraining, der Spielbetrieb für den Klub soll frühestens am 11. Juni beginnen. In Sachsen-Anhalt gilt noch bis 27. Mai ein Mannschaftstrainings- und Wettkampfverbot. "Die erste Testreihe konnte am Freitag nicht durchgeführt werden, da das vom DFB gestellte Labor uns mitteilte, dass derzeit alle Testkapazitäten erschöpft sind und frühestens am Montag eine Testreihe stattfinden kann: Dadurch geraten wir in Zeitprobleme", sagte Magdeburgs Leiter Spielbetrieb Matthias Kahl.

Der DFB reagierte mit einer Stellungnahme, die Darstellung des FCM stoße beim Verband wie auch beim zuständigen Labor auf Unverständnis. Der Klub suggeriere in seiner Argumentation, dass im Labor ein Kapazitätenproblem vorlag und der FCM vor diesem Hintergrund nicht die Regeln befolgen könne. Dies sei falsch. "Wir bedauern die missverständliche Kommunikation des 1. FC Magdeburg. Das Labor war und ist innerhalb der regulären Betriebszeiten zu jedem Zeitpunkt in der Lage, die Tests zu analysieren. Es gibt keinerlei Kapazitätenproblem", sagte Florian Kainzinger, Berater des DFB für Diagnostik/Tests und gleichzeitig Projektleiter der DFL in diesem Bereich.

Dem nun erfolgten Antrag liege außerdem ein Irrtum der Magdeburger zugrunde, der auch schon gegenüber dem FC Carl Zeiss Jena am Donnerstag verdeutlicht werden musste, so der DFB: "Die ersten beiden Testreihen sind keine Voraussetzung für das vorgeschriebene Quarantäne-Trainingslager. Diese Testungen können auch während des Trainingslagers durchgeführt werden. Sie sind einzig die Voraussetzung für den Einstieg ins Mannschaftstraining und in den Spielbetrieb."

Schlechte Nachrichten für Carl Zeiss Jena

Derweil können Drittligist Carl Zeiss Jena und Frauen-Bundesligist FF USV Jena von der Stadt nicht auf eine Ausnahmegenehmigung zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs hoffen. Das machte der Leiter des Krisenstabs der Stadt, Benjamin Koppe, nochmals deutlich. Demnach habe das Gesundheitsamt der Stadt analysiert, dass diverse Punkte des DFB-Hygienekonzeptes im Ernst-Abbe-Sportfeld derzeit nicht umsetzbar seien, sagte CDU-Politiker Koppe der "Ostthüringer Zeitung".

Die Frage der Fortsetzung der 3. Liga hatte zuletzt für heftige Diskussionen gesorgt. Am Donnerstag hatte der DFB entschieden, dass der Spielbetrieb am letzten Mai-Wochenende wieder aufgenommen werden soll. Insgesamt elf Spieltage stehen noch aus, bis zum 4. Juli sind ausschließlich Englische Wochen geplant.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa/sid