Der englische Fußball-Verband FA hat den deutschen Trainer Tonda Eckert vom englischen Zweitligisten FC Southampton in der Spionage-Affäre zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die FA verhängte eine sechswöchige Sperre gegen den 33-Jährigen, setzte diese jedoch bis zum Ende der kommenden Saison zur Bewährung aus.
Zusätzlich muss Eckert eine Geldstrafe von umgerechnet 33.000 Euro zahlen, kann aber Trainer des derzeitigen Tabellen-13. bleiben. Southampton werden in der laufenden Saison vier Punkte abgezogen. "Wir hoffen, dass damit eine bedauerliche Phase unserer Geschichte nun abgeschlossen ist. Es wurden Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass solche Fehleinschätzungen in unserem Verein nie wieder vorkommen", teilte der FC Southampton mit.
Eine unabhängige Disziplinarkommission der englischen Fußball-Liga (EFL) hatte den Klub wegen der sogenannten "Spygate"-Affäre aus den Championship-Playoffs - und damit von einem möglichen Premier-League-Aufstieg - ausgeschlossen und mit einem Vier-Punkte-Abzug für die kommende Saison bestraft.
Eckert kannte Regeln angeblich nicht
Nach Ansicht der Kommission hatte Eckert seine Mitarbeiter beauftragt, Trainingseinheiten von Gegnern zu beobachten, was der Trainer auch selbst eingeräumt hat. Nach den Regularien der EFL ist das allerdings verboten. Vor dem Spiel gegen den FC Middlesborough wurde ein Southampton-Mitarbeiter erwischt, wie er heimlich eine Trainingseinheit filmte. Zudem soll bei Oxford und Ipswich spioniert worden sein.
Eckert hatte sich in einer längeren Videobotschaft an die Fans auf den offiziellen Kanälen des FC Southampton geäußert. Dabei hatte er eingeräumt, die in England geltenden Regeln nicht gekannt zu haben. In Deutschland sei es gängige Praxis, Trainingseinheiten zu beobachten, so der Coach.

