Fußball

"Das größte Duell des Ostens" FCM und Dynamo elektrisieren die Fans

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Volle Hütte in Magedeburg.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Da werden Erinnerungen wach. Der 1. FC Magdeburg spielt gegen die SG Dynamo Dresden. Erstmals treffen die einst ruhmreichen DDR-Klubs in der zweiten Fußball-Bundesliga aufeinander. Ein Spiel mit Historie und Brisanz. Die Polizei hofft auf ein friedliches Fest.

Es ist mehr als nur Fußball-Ostalgie. "Aus der Tradition und von den 70er Jahren her ist es das größte Duell, das es im Osten gibt", sagte Jens Härtel, Trainer des 1. FC Magdeburg. Der Aufsteiger empfängt an diesem Samstag (ab 13 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) die SG Dynamo Dresden. Das Stadion ist längst ausverkauft, dieser Klassiker der DDR-Oberliga hat an Attraktivität, aber auch Rivalität nach Jahrzehnten so gut wie nichts eingebüßt. "Aus unserer Sicht haben wir alle Voraussetzungen für ein friedliches Fußballspiel geschaffen", sagte ein Polizeisprecher. "Ob es das geben wird, liegt in der Hand beider Fangruppen."

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Rotterdam, 8. Mai 1974: Detlef Raugust bereitet im Finale gegen den AC Mailand kurz vor der Pause das 1:0 vor, ein Eigentor von Enrico Lanzi. In der 74. Minute traf dann noch Wolfgang "Paule" Seguin. Und der 1. FC Magdeburg war Europapokalsieger der Pokalsieger. Da sprechen sie heute noch von.

Die Behörden bereiten sich auf einen Großeinsatz vor, die Polizei wird mit mehreren Hundertschaften vor Ort sein. Auf beiden Seiten würden mehrere Hundert Problemfans erwartet, die zur Gewalt neigen, hieß es vonseiten der Behörden. Daher rief Härtel die Fans vor der Partie am neunten Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga zur Besonnenheit auf. "Es bleibt nur ein Fußballspiel, wo Gewalt nichts zu suchen hat. Wenn jemand die anderen Farben trägt, muss man das akzeptieren." Er weiß aber auch: Es wird "sehr emotional".

Dynamos Trainer Maik Walpurgis sagte: "Das wird sicherlich kein Kindergeburtstag, sondern ein intensives Spiel. Da müssen wir mit heißem Herz Fußball spielen und mit kühlem Kopf agieren." Was die Dresdner erwartet, beschrieb Kapitän Marco Hartmann: "Es gibt natürlich viele Spieler bei uns, die auch große laute Stadien und erhitzte Atmosphären kennen. Aber ich sage, das wird was Besonderes, auch für die, die schon ein bisschen was erlebt haben." Darauf müsse man sich auch im Kopf einstellen.

Der 8. Mai 1974 in Rotterdam

Nah dran sitzen die Zuschauer in der Arena, in die 25.300 Zuschauer passen. Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen werden es aber nur etwa 23.000 Besucher sein, die das erste Duell der beiden Teams im Unterhaus erleben werden. Rechtzeitig zum prickelnd-brisanten Kräftemessen zeigen beiden Mannschaften eine positive Tendenz. Magdeburg ist seit vier Spielen ungeschlagen, gegen SV Sandhausen feierte der 1. FCM am vergangenen Sonntag den ersehnten ersten Sieg in der neuen Umgebung. Dresden gelangen drei Siege in den vergangenen fünf Spielen. Der neue Trainer Walpurgis tut den Sachsen gut, die die Querelen mit dem Rücktritt des gesamten Präsidiums zu Wochenbeginn und den internen Machtkampf mit Sport-Geschäftsführer Ralf Minge im Mittelpunkt ausblenden wollen.

Härtel stellt sich und seine Mannschaft sogar darauf ein, dass die Dresdner Spieler noch mal extra motiviert dadurch antreten. Zusatzschub braucht es aber eigentlich gar nicht. Der Blick zurück lässt erahnen, was bevorsteht. "Mitte der Siebzigerjahre waren Dynamo Dresden und der 1. FCM die Vereine, die den Fußball im Osten geprägt hatten", sagte Härtel.

Acht Mal gewann Dynamo den Meistertitel in der DDR, sieben Mal wurden die Dresdner Pokalsieger. Der FCM gewann dreimal die Oberliga und wie Dynamo sieben Mal den Pokal. Das ist aber nicht alles. Magdeburg gewann aber als einzige Mannschaft der DDR jemals einen Europapokal. Am 8. Mai 1974 besiegte der 1. FC mit seinem legendären Trainer Heinz Krügel im Endspiel in Rotterdam den AC Mailand mit 2:0 und sicherte sich den Titel im Pokalsiegerwettbewerb. 2016 hatte Dynamo den Aufstieg in die zweite Liga in Magdeburg perfekt gemacht. Nun würden andere Geschichten geschrieben, kündigte Härtel an, der mit seiner Mannschaft den zweiten Saison-Sieg schaffen will. Er würde mindestens so in Erinnerung bleiben wie der Premierenerfolg. Zudem kämen die Magdeburger dann in der Tabelle bis auf einen Punkt an die Dresdner heran.

Quelle: n-tv.de, Malte Zander, Jens Maßlich und Jens Marx, dpa

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