Im Streit um seine Investorenpläne hat FIFA-Präsident Gianni Infantino einen engen Vertrauten verloren. Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater des Fußball-Weltverbandes, trat aus Protest zurück. Er schrieb in einer Mitteilung: "Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht."
Er stellte sich deutlich gegen die Pläne: "Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt und lehne ihn entschieden ab. Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports."
Infantino hatte als FIFA-Präsident Pläne präsentiert, nach denen ein Teil der kommerziellen Rechte an Weltmeisterschaften verkauft werden sollen. Dies würde eine Milliardensumme einspielen - aber birgt auch gehörige Risiken.
Cordeiro war Investmentbanker bei Goldman Sachs und dann zwischen Februar 2018 und März 2020 Präsident des US-Fußballverbands. 2021 wurde er zum Senior Advisor der FIFA für globale Strategie und Governance ernannt, ehe er zum Senior Advisor von Infantino aufstieg. Für die Fußball-WM 2026 war er von US-Präsident Donald Trump zusätzlich als Berater der Taskforce des Weißen Hauses berufen worden.
Es ist ein weiterer schwerer Schlag für Infantino. Zuvor hatten sich bereits die Kontinentalverbände UEFA (Europa), CONCACAF (Nord- und Mittelamerika) und AFC (Asien) gegen die Pläne gestellt. Eine Mehrheit ist damit für Infantino nicht zu erreichen. Um die Pläne auszuführen, benötigt Infantino 106 der 2011 Mitgliederstimmen, diese hätte er ohne die drei Kontinentalverbände nicht.

