24 Jahre nach Ballacks DramaFIFA ändert Gelbe-Karten-Regel bei WM

Michael Ballack verpasst 2002 das WM-Finale wegen einer Gelben Karte, die er im Halbfinale kassiert. Es ist ein Ärgernis, auf das die FIFA bereits reagiert hat. Nun greift der Weltverband noch einmal ein, um eine Sperrenflut auf dem Weg ins Endspiel zu verhindern.
Der Fußball-Weltverband FIFA entschärft die Regeln für Sperren durch Gelbe Karten bei der Weltmeisterschaft in anderthalb Monaten. Die Verwarnungen sollen nicht nur wie bislang üblich nach den Viertelfinals, sondern erstmals bereits nach den drei Gruppenspielen gestrichen werden. Diese Regelung soll bei der heutigen Sitzung des FIFA-Councils bestätigt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zuerst hatte die britische BBC darüber berichtet.
Im Normalfall sind Spieler nach der zweiten Gelben Karte im Turnierverlauf für eine Partie gesperrt. Durch die Ausweitung der WM in den USA, Kanada und Mexiko vom 11. Juni bis 19. Juli von 32 auf 48 Teams kommt eine weitere K.-o.-Runde mit 32 Mannschaften hinzu. Damit erhöht sich die Gefahr für die Spieler, gelbgesperrt aussetzen zu müssen und beispielsweise im Halbfinale zu fehlen. Dem soll die neue Regelung nach dpa-Informationen entgegenwirken.
Bereits in der Vergangenheit waren Gelbe Karten nach dem Viertelfinale gestrichen worden. Damit wurde verhindert, dass sich ein Fall wie bei Michael Ballack wiederholt. Der einstige deutsche Nationalmannschaftskapitän war bei der WM 2002 im Finale gegen Brasilien ausgefallen, nachdem er im Halbfinale gegen Südkorea verwarnt worden war. Damit war bereits ausgeschlossen worden, dass Spieler im Finale gelbgesperrt fehlen.
Keine Gelbsperre im Finale
Sperren werden jedoch nicht angetastet: Wer im dritten Vorrundenspiel seine zweite Gelbe Karte kassiert, wird das Sechzehntelfinale gesperrt verpassen. Spieler, die im Achtel- und Viertelfinale verwarnt werden, sind für das Halbfinale gesperrt. Das Endspiel kann man jedoch in keiner Konstellation gelbgesperrt verpassen.
Zuletzt hatte sich Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) eine Aufweichung der Regel für Gelbsperren in der Champions League gewünscht. Dort werden die Verwarnungen auch nach dem Viertelfinale gestrichen.