Die FIFA hat Medienberichte über angebliche zusätzliche Gehaltszahlungen an Präsident Gianni Infantino dementiert. "Die FIFA zahlt dem FIFA-Präsidenten kein zweites Gehalt und kommt allen Offenlegungspflichten in Bezug auf die Vergütung nach", hieß es vom Fußball-Weltverband. Zuvor hatte die englische Zeitung "The Times" berichtet, dass Infantino ein zweites Gehalt von der US-Gesellschaft, die die FIFA für die WM-Organisation gegründet hatte, bekommen haben soll. Diese seien nicht im FIFA-Finanzbericht dokumentiert.
"Die FIFA weist nachdrücklich jegliche Behauptungen zurück, sie habe es versäumt, Finanzinformationen offenzulegen, oder gegen die FIFA-Statuten verstoßen. Die Finanzunterlagen der FIFA werden unabhängig geprüft, und sämtliche Angaben stehen im Einklang mit den steuerrechtlichen Vorschriften in der Schweiz, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern", teilte die FIFA mit.

Gerdes nach UEFA-Treffen: "Wahlkampf wird schmutzig"
Die "Times" verweist auf die Steuererklärung der WM-Organisationsgesellschaft, in der festgehalten ist, dass Infantino für das Jahr 2024 zusätzlich 1,76 Millionen US-Dollar (rund 1,6 Millionen Euro) erhielt. Im Jahresbericht der FIFA ist für ihn im selben Jahr ein Verdienst von 4,274 Millionen Schweizer Franken (fast 4,6 Millionen Euro) ausgewiesen. 2025 und 2026 soll er der Zeitung zufolge möglicherweise noch höhere zusätzliche Zahlungen erhalten haben. "Über die jährliche Vergütung des FIFA-Präsidenten sowie über sonstige vertragliche Leistungen entscheidet der unabhängige Unterausschuss für Vergütungsfragen", so der Weltverband.
Infantino trifft seine UEFA-Gegner
Die Vorwürfe sind neue Anschuldigungen gegen den Schweizer, der nach seinem Alleingang für einen Vermarktungsplan der WM-Geschäfte massiv in die Kritik geraten war. Die Zeitung "The Times" war im Sommer maßgeblich daran beteiligt, diese Pläne aufzudecken. Die UEFA als europäischer Dachverband fordert wie der Deutsche Fußball-Bund ein Ende der Amtszeit von Infantino als FIFA-Chef.
Am Donnerstag kommt es bei der Sitzung des FIFA-Councils in Zürich zum Aufeinandertreffen von Infantino mit seinen Kritikern, die durch ihre UEFA-Ämter dem Weltverbandsgremium angehören. Derzeit hat der 56-Jährige noch eine ausreichende Machtbasis durch Unterstützer aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien. Im März 2027 will er sich für eine vierte Amtszeit zum FIFA-Präsidenten wählen lassen. Einen Gegenkandidaten haben seine Gegner noch nicht präsentiert.
