Eine Umarmung geht um die WeltFaire Geste nach Elfer-Drama begeistert sogar Arsenal

Manchmal sind es die leisen Szenen abseits eines Tores, die bewegen. Nach dem entscheidenden Fehlschuss von Arsenal im Champions-League-Finale eilt ein Gegner zum Trösten herbei. Da zollt auch Arsenal Respekt.
Die faire Geste von PSG-Kapitän Marquinhos für Arsenals tragischen Elfmeterschützen Gabriel geht um die Welt. Der Londoner Defensivspieler Gabriel verschoss im Finale der Champions League den entscheidenden fünften Elfmeter und besiegelte das nächste Arsenal-Trauma. Während die Spieler und Betreuer von Paris Saint-Germain auf den Platz rannten, um die große Party einzuläuten, ging Marquinhos zuerst zu seinem brasilianischen Landsmann, um ihn zu trösten. Gabriel war augenscheinlich am Boden zerstört.
Die Szene geht um die Welt, verbreitete sich schnell im Netz. Genau so schaut eben Fairplay aus: Im Moment des größten Sieges Empathie mit dem Kontrahenten zeigen. Auch beim Gegner kommt sie gut an. Arsenal-Kapitän Martin Odegaard lobte sein Gegenüber für diese Aktion ausdrücklich. "Er ist ein Gentleman. Er ist wahrscheinlich einer der erfahrensten Spieler, die derzeit aktiv sind", sagte Odegaard über den PSG-Profi. "Er hat bereits beide Seiten eines solchen Finales erlebt und weiß, was wir gerade durchmachen.“
Gabriel wollte die Verantwortung
Warum ausgerechnet der Innenverteidiger den fünften Elfmeter schoss, wurde nach der Partie nicht nur von Arsenal-Fans debattiert. Nach dem Spiel erklärte Trainer Mikel Arteta die Hintergründe. Demnach habe Gabriel darum gebeten, den entscheidenden Elfmeter zu schießen. Er wollte die Verantwortung übernehmen. Bis zu diesem Moment hatte der Defensivspieler eine starke Partie gezeigt und die PSG-Offensive eingebremst.
"Er wollte den fünften schießen", sagte Arteta. "Natürlich haben wir diesen Moment vorbereitet und trainiert. Normalerweise wären die Elfmeterschützen ganz sicher Bukayo Saka, Martin Odegaard und Kai Havertz." Das Problem: Dieses Trio stand allerdings zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Rasen. Auch der nominelle und sichere DFB-Elferschütze Havertz war da schon ausgewechselt. Der für ihn eingewechselte Eberechi Eze verschoss prompt den zweiten Arsenal-Elfmeter.
Havertz tröstete sowohl Eze als auch Gabriel noch auf dem Feld. "Es ist keine einfache Situation, ich weiß es selber. Deswegen kann da jeder stolz auf sich sein", sagte er. Arteta pflichtete ihm bei: "Es ist ein Privileg, diese Mannschaft zu trainieren, wie sie dieses Wappen trägt und wie viel sie investiert. Wir haben einen großen Titel gewonnen und den größten verpasst." Tenor: Im nächsten Jahr geht die Titeljagd weiter.