Fußball

Einstimmig ohne Konkurrenz Fritz Keller ist Präsident des DFB

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Nun Präsident des DFB: Fritz Keller.

(Foto: dpa)

Der DFB hat einen neuen Chef. Wie erwartet, wählen die Delegierten Fritz Keller einstimmig zum Präsidenten. Stand ja auch kein anderer zur Wahl. Keller soll den Verband nach vielen Skandalen befrieden und in eine bessere Zukunft führen. Reinhard Rauball spricht von einer "Herkulesaufgabe".

Fritz Keller soll den Deutschen Fußball-Bund aus der Krise führen. Die 257 Delegierten des DFB-Bundestags in Frankfurt am Main wählten den 62 Jahre alten Gastronom einstimmig zum neuen Präsidenten. Keller kündigte eine externe Generalinventur aller Bereiche des Verbandes an. "So können wir Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückgewinnen."

Keller folgt Reinhard Grindel, der im April nach mehreren Ungereimtheiten zurückgetreten war. Seine Funktion als Klubchef des Bundesligisten SC Freiburg gibt er für den neuen Posten auf. "Der DFB muss ein seriöser Anwalt, Dienstleister und Lobbyist sein", sagte Keller. "Wir sind eine Integrationsmaschine, das letzte Lagerfeuer der Gesellschaft." Souverän und entspannt präsentierte sich Keller auf der Bühne den Delegierten, parlierte in seiner Rede dabei unter anderem in fließendem Französisch.

Seine neue Aufgabe stellte er unter dem Motto "Nur gemeinsam geht's" in einem Fußballbildnis vor. "Ich würde gerne als Spielertrainer beginnen, mich dann als Zehner einwechseln und als Trainer dabei bleiben." Statisch an der Mittellinie im klassischen DFB-Konfliktfeld zwischen Amateuren und Profis wolle er nicht stehen. "Bewegen muss ich mich schon. Ich werde reingrätschen, wenn es was zum Reingrätschen gibt." Die Verantwortung für sieben Millionen Mitglieder mache ihn "schwindelig", gestand Keller und kündigte gesellschaftliche Initiativen in den Feldern Gleichberechtigung, Umweltschutz und Integration an. Die sportliche Krise der Nationalmannschaft biete auch eine "Chance für die Zukunft".

"Er lebt die Werte des Fußballs"

Keller wird durch die Strukturreform keine Richtlinienkompetenzen für die Verbandspolitik mehr haben, anders als seine Vorgänger. DFB-Vizechef Rainer Koch bezeichnete ihn dennoch als starken Präsidenten. "Fritz Keller ist ohne jeden Zweifel eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit allen Qualitäten. Er lebt die Werte des Fußballs." Koch und sein aus dem Präsidium nach zwölf Jahren ausscheidender Interimsführungskollege Reinhard Rauball konstatierten einen erheblichen Vertrauensverlust für den DFB durch Skandale der vergangenen Jahre. "Verlorenes Vertrauen muss zurückgewonnen werden, auch wenn der Weg ein mühsamer sein wird", sagte Rauball. Keller stehe vor einer "Herkulesaufgabe", für die er die Unterstützung der Amateurverbände und der Profiklubs verdiene.

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Keine echte Chance: Ute Groth.

(Foto: dpa)

Auch vier Jahre nach Aufdeckung der Affäre um die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland spürt der DFB die Folgen des Skandals. Schatzmeister Stephan Osnabrügge berichtete von Steuerrückzahlungen in Höhe von 22,579 Millionen Euro im Jahr 2017 aufgrund der Aberkennung der Gemeinnützigkeit für das WM-Jahr 2006. Zudem seien mehr als sieben Millionen Euro für Rechtsberatungskosten angefallen.

Die künftige Ausgliederung aller Wirtschaftsbereiche in eine GmbH sei kein Selbstzweck. "Sie ist zur Erhaltung der Gemeinnützigkeit alternativlos", sagte Osnabrügge. Keller war von einer sechsköpfigen Findungskommission um die Interimspräsidenten Koch und Rauball für das Amt auserkoren worden. An diesem Prozess hatte es Kritik gegeben, da andere Kandidaten praktisch aussichtslos waren. Die Düsseldorfer Amateurfunktionärin Ute Groth, die eine Alternativbewerbung geplant hatte, war letztlich nicht nominiert worden. Beim Bundestag war sie als Gast im Plenum.

Quelle: n-tv.de, Arne Richter und Eric Dobias, dpa

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