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"War schon fast Sabotage"Fußball-Zwerg fegt als "gelber Tornado" über Sporting hinweg

12.03.2026, 09:36 Uhr
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Bodö/Glimt zeigt auch Sporting Lissabon die Grenzen auf. (Foto: IMAGO/NTB)

Manchester City, Atlético Madrid, Inter Mailand - und nun Sporting Lissabon: Fußball-Zwerg Bodö/Glimt verzwergt die Großen. In der Champions League gelingt dem Team aus Norwegen der nächste Coup. Womöglich muss sich als Nächstes ein deutscher Klub in Acht nehmen.

FK Bodö/Glimt ist so etwas wie das Horrorlos in dieser Champions-League-Saison. Das bewies der norwegische Klub nun auch im Achtelfinale gegen Sporting Lissabon. "Sporting wurde von einem gelben Tornado getroffen", sagte Ex-Profi Carl-Erik Torp als Experte beim norwegischen Sender NRK. Mit 3:0 (2:0) fegte Bodö/Glimt im Hinspiel über den portugiesischen Klub hinweg und verschaffte sich damit beste Aussichten fürs Rückspiel in Lissabon (Dienstag, 18:45 Uhr/im ntv.de-Liveticker).

"Das ist nicht so gelaufen, wie wir es uns gewünscht haben. Wir waren weit davon entfernt, wo wir sein wollten. Wir übernehmen die Verantwortung für das Ergebnis", sagte Sporting-Trainer Rui Borges und bekannte: "Nein, es ist noch nicht entschieden, aber es wird schwierig." Sein Team war vom Underdog teilweise überrannt worden.

"Sporting hat brandgefährliche Offensivspieler, aber sie wurden zu Leichtgewichten", sagte Norwegens Nationaltrainer Stale Solbakken dem NRK. Der Coach schaute sich das Duell live im Stadion an, kritisierte vor allem die Abwehr der Portugiesen: "Sie hatten zwei Spieler, die ihre Defensivarbeit nicht auf höchstem Niveau erledigten. Das war fast schon Sabotage." Er konstatierte: "Nach den ersten zehn Minuten gab es einen großen Unterschied zwischen den Mannschaften. Größer als er sein sollte."

"Glimt ist gekommen, um zu bleiben"

Folgerichtig lag Bodö/Glimt schon zur Halbzeit mit 2:0 in Führung. Sondre Fet war von Georgios Vagiannidis im Strafraum zu Fall gebracht worden, der leichte Kontakt reichte dem Schiedsrichter für einen Elfmeter, den Fet selbst verwandelte (32.). Noch vor der Pause legte Ole Blomberg nach (45.+1). Einen Pass von Jens Petter Hauge fälschte Joao Simoes in den Lauf von Blomberg ab, der traf ins lange Eck. In der 71. Minute vollendete Kasper Högh nach erneuter Hauge-Vorlage schließlich zum 3:0.

Der doppelte Vorlagengeber sagte beim norwegischen TV2: "Das ist eine großartige Leistung", so der frühere Frankfurter. "Egal, was passiert, Glimt ist gekommen, um zu bleiben. Und es wird Spaß machen, uns auf dieser Reise zu begleiten." Hakov Evjen sagte: "Es war ein fantastisches Erlebnis, zu Hause in der Champions League ohne Gegentor zu bleiben. Ich bin unglaublich stolz auf das, was die Jungs heute geleistet haben."

Bayer könnte nächster Gegner sein

Dass Bodö/Glimt überhaupt im Achtelfinale steht, ist schon ein kleines Wunder. Fast niemand hatte dem kleinen Klub aus dem Norden Norwegens das zugetraut. Nach fünf Spielen in der Gruppenphase hatte das Team gerade einmal zwei Punkte erspielt. Doch dann gab es ein Remis gegen Borussia Dortmund und Siege gegen die Großmächte Manchester City und Atlético Madrid - und das Ticket für die Playoffs war gebucht. Dort musste Inter Mailand miterleben, wie das Team aus der 50.000 Einwohner großen Fischerstadt groß auftrumpfte (3:1/2:1). Und jetzt also Sporting - es war der fünfte Sieg in der Champions League in Folge.

"Es ist ein großartiger Tag. Es ist fantastisch", sagte Trainer Kjetil Knutsen bei TV2 nach dem Sieg über den amtierenden Meister und aktuellen Tabellenzweiten der portugiesischen Liga. Seine Spieler waren mehr gelaufen (123,5 Kilometer gegenüber 113,2 Kilometern), hatte sich mehr Toraktionen erarbeitet. Laut Knutsen stellte sich Sporting aber im Laufe des Spiels besser auf sein Team ein, was seinem Team eine Warnung fürs Rückspiel sein soll. Entsprechend zurückhaltend reagierten seine Profis: "Wir wagen es heute noch nicht zu jubeln, wir sind erst auf halbem Weg. Sie sind zu Hause in Lissabon sehr stark", sagt Verteidiger Jostein Gundersen bei TV2. Auch Evjen stimmte mit ein: "Wir sind heute auf einem guten Niveau und hoffen, dass wir es im nächsten Spiel noch steigern können. Das kann Sporting auch. Es ist noch lange nicht vorbei."

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Experte Torp dagegen träumt bereits. Seiner Meinung nach ist Bodö/Glimt für das Rückspiel der deutliche Favorit - und wird ins Viertelfinale einziehen. Dort würden die Norweger auf den Sieger aus dem Duell zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Arsenal treffen. Für die beiden Teams ist im Rückspiel nach dem 1:1 bekanntlich alles offen. Ob der Bundesliga-Vertreter oder der Tabellenführer der Premier League: Der Underdog ist alles andere als als Underdog zu nehmen.

Quelle: ntv.de, ara

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