Fußball

Kritik von Reha-Experte Froböse Fußball spielt Corona-Symptome herunter

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Hertha-Keeper Rune Jarstein wurde im Krankenhaus behandelt.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Auch Sportler erkranken teilweise schwer an Covid-19. Sie sind vor akuten Symptomen und auch Langzeitfolgen nicht gefeit. Doch im Fußball gehe man mit der Schwere der Erkrankungen unehrlich um, kritisiert Reha-Experte Ingo Froböse. Das habe einen ganz simplen Grund.

Sportwissenschaftler Ingo Froböse hat dem Profifußball einen mitunter unehrlichen Umgang mit Corona-Fällen vorgeworfen. "Es geht ja um Marktwert, das muss man ganz klar sagen. Jeder Spieler hat einen Marktwert und der würde darunter leiden, wenn man von größeren und langwierigen Problemen spricht. Deswegen spielt man das gerne herunter", kritisierte der Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Nach Ansicht des 64-Jährigen wird die Öffentlichkeit bei Angaben über Symptome bei positiv Getesteten oft nicht richtig informiert und manchmal sogar bewusst fehl informiert. "Es kann nicht sein, dass Fußballer bei Corona symptomlos bleiben, wenn viele andere Sportler unter Symptomen leiden. Bei Einzelfällen zeigt sich, dass das nicht gestimmt hat", sagte Froböse. "Da ist der Fußball leider kein gutes Vorbild, was Transparenz und Ehrlichkeit betrifft. Das kreide ich ihm nicht nur bei Covid-19 an, sondern auch bei Verletzungen."

Chronische Verletzungen würden nur sehr selten öffentlich gemacht, bemängelte Froböse. "Warum nicht? Weil sie natürlich für die Spieler und damit für die Vereine eine absolute Degression, ein Verlust par excellence wären", sagte er. In der 1. und 2. Bundesliga hat es seit dem vergangenen Jahr zahlreiche Fälle von Corona-Erkrankungen gegeben, zuletzt musste Hertha BSC deshalb in Quarantäne. Keeper Rune Jarstein war zudem so schwer erkrankt, dass er für einige Tage im Krankenhaus behandelt werden musste. Das teilte der Klub allerdings erst mit, als der Norweger bereits wieder entlassen war.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat, um das Infektionsrisiko und die Kontakte so gering wie möglich zu halten, vor den nun folgenden letzten drei Spieltagen weitere Quarantäne-Maßnahmen beschlossen. Unter anderem müssen sich alle Beteiligten der 36 Profiklubs vom 12. Mai an in ein "Quarantäne-Trainingslager" begeben.

Quelle: ntv.de, ara/dpa

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